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Mordprozess um den Tod von Krystyna Pagacz-Znoj beginnt am 27. August / Angeklagter schweigt

Bankräuber soll Nachbarin erwürgt haben

Rinteln/Bückeburg (ly). Der Prozess gegen Bernd S., verurteilter Bankräuber und mutmaßlicher Mörder der Polin Krystyna Pagacz-Znoj, beginnt am Mittwoch, 27. August, um 9 Uhr vor dem Schwurgericht in Bückeburg. Verhandelt wird öffentlich.

Ein Geständnis des Angeklagten, dem bei einem Schuldspruch lebenslange Haft droht, gilt als ausgeschlossen. Deshalb müssen ihm die Taten nachgewiesen werden, möglicherweise in einem Mammut-Prozess. Die Vorsitzende Richterin Dr. Birgit Brüninghaus hat zunächst sieben Verhandlungstage anberaumt und 26 Zeugen sowie drei Gutachter geladen. Wenn alles nach Plan verläuft, wird das Urteil am 17. September verkündet. Verzögerungen sind in solchen Verfahren aber eher die Regel. Verantworten muss sich der frühere Rintelner (30) wegen Mordes, Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung. Seine damals 47 Jahre alte Nachbarin Krystyna Pagacz-Znoj soll er im November 2000 mit bloßen Händen erwürgt haben, um einer Anzeige wegen der vorausgegangen Vergewaltigung der Frau zu entgehen, wie es in derAnklageschrift heißt. Spaziergänger hatten die Leiche wenige Tage nach der Tat neben einem Waldweg am Hohenroder Ortsausgang gefunden. Zur Last gelegt wird dem wiederholt vorbestraften Mann außerdem der brutale Angriff auf eine Eisbergerin. Im September 2001 war die damals 58-Jährige, die im Morgengrauen auf einem Radweg an der Dankerser Straße zwischen Eisbergen und Rinteln ahnungslos ihr Fahrrad schob, hinterlistig niedergeschlagen worden, wahrscheinlich mit einem Knüppel. Das Opfer erlitt schwere Kopfverletzungen und mehrere Brüche der Handknochen. Noch heute leidet die Portanerin unter den Folgen der Gewalttat - körperlich und seelisch. Auf einem Ohr ist sie taub, auf dem anderen hörbehindert. Für einen Überfall auf die Eisberger Sparkasse (28. August 2001) sowie ein ähnliches Verbrechen in Rehren (8. November 2001) hatte ein anderes Bückeburger Gericht Bernd S. im Januar 2002 zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Die Beute: zusammen fast 30 000 Mark. Zum Verhängnis geworden war S., dass er sein Auto in der Nähe der Tatorte geparkt hatte. Einen Tag nach dem Rehrener Bankraub hatte ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Wohnung des Kochs gestürmt, der gerade mit seiner damaligen Verlobten im Bett lag. Im mehr als sieben Jahre lang ungelösten Mordfall Pagacz-Znoj waren Experten des Landeskriminalamtes Niedersachsen erst 2008 auf die Spur des mutmaßlichen Täters gekommen, weil dessen genetischer Fingerabdruck zwischenzeitlich wegen anderer Straftaten in der Datenbank gespeichert worden war. Im März wurde S., der zuletzt in Lindhorst lebte, in einem Bückeburger Kaufhaus erneut verhaftet. Nach Verbüßung von zwei Dritteln seiner Strafe war er auf Bewährung entlassen worden.




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