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Samtgemeinderat beschließt eine neue Satzung / Gebühren werden ab August vereinheitlicht

Bald ist Schluss mit dem "Kompost-Tourismus"

Eilsen (sig). "Die Kompostanlage der Samtgemeinde arbeitet nicht kostendeckend; das müssen wir wohl oder übel ändern, indem wir bereits vom ersten Kubikmeter an auch beim Baum- und Strauchschnitt Geld nehmen," so SPD-Fraktionschef Jochen Schmökel in der Sitzung des Samtgemeinderates im "Haus des Gastes". Das ist ein Grund, weshalb die Verwaltung eineÄnderung der Benutzungsordnung für den Kompostplatz in Heeßen vorgelegt hatte.

Die Kompostberge türmen sich - doch der anfallende Mulch wird le

Samtgemeinde-Bürgermeister Bernd Schönemann machte außerdem deutlich, dass auch der zunehmende "Kompost-Tourismus" zum Handeln zwinge. Bislang konnte der erste Kubikmeter Strauch- und Heckenschnitt kostenfrei angeliefert werden. Das gibt es sonst nirgendwo im Umfeld, und deshalb war die Eilser Anlage auch dasZiel zahlreicher auswärtiger Anlieferer. Zuweilen saß dann im Auto ein einheimischer Mitbürger auf dem Beifahrersitz, gewissermaßen zur Legitimation. Aber das, was sich im Kofferraum oder auf dem Anhänger befand, stammte aus auswärtigen Gartenanlagen. Häufig trugen die Fahrzeuge ein Mindener Kennzeichen. "Wir haben nicht das Personal, das hier ausreichend kontrollieren kann, wenn an denÖffnungstagen gleich mehrere Anlieferer zeitgleich anrollen", stellte Bernd Schönemann fest. Diesen Zustand will man deshalb schnellstens beenden. Außerdem möchte die Verwaltung das Abrechnungsverfahren vereinfachen. Bisher kostet der Kubikmeter Grünabfall (Rasen, Laub und Moos) fünf Euro. Bei den größeren Mengen gibt es eine Staffelung mit deutlich ansteigenden Preisen. Das gilt auch für den Baum- und Strauchschnitt. Vom 1. August an ist das vorbei. Beide Abfallsorten kosten pro Kubikmeter vier Euro. Das ist eine gerechtere Lösung als die bisherige; sie erleichtert zudem den Mitarbeitern auf der Kompostanlage die Arbeit. Wer viel anliefert, kommt sogar günstiger weg als bisher. Besonders clevere Gartenfreunde deckten auch schon mal das Gras oben mit Baum- und Strauchschnitt ab, um nichts entrichten zu müssen. Jetzt kostet beides das gleiche Geld. Dann lohnen sich solche Aktionen nicht mehr. Hartmut Büscher (SPD) regte an, den Einwohnern der Samtgemeinde zusammen mit den Anfang des Jahres ohnehin zugesandten Informationen Wertgutscheine für den Strauchschnitt zu liefern. Und wer dann noch von auswärts komme, der müsse dann eben bezahlen. "Ich bin nicht für diesen bürokratischen Mehraufwand", reagierte auf diesen Vorschlag der Samtgemeinde-Bürgermeister. Er fügte hinzu: "Wir möchten mit dem von uns vorgeschlagenen Weg die Kosten auszugleichen, die wir seit längerer Zeit für das Schreddern und Sieben mit Hilfe einer transportablen Anlage an den Landkreis bezahlen müssen. Außerdem haben wir auch bereits das Problem, dass wir die Mengen an ausgesiebtem Kompost (Mulch) gar nicht mehr loswerden, obwohl wir alles kostenlos abgeben. Die Landwirte nehmen es uns bestenfalls nach der Ernte ab." Sowohl Heinz Grabbe (SPD) als auch Dagmar Söhlke (CDU) plädierten mit Nachdruck für die geplante Neufassung der Satzung. Fritz Rahe (FDP) brachte in diesem Zusammenhang noch einmal das Thema der Brenntage auf den Tisch. Bernd Schönemann erklärte dazu, dass es für die Nachbarorte kein zentrale Verbotsregelung gebe. Jede Kommune könne darüber selbst entscheiden. Bei der Kompostanlage der Samtgemeinde gibt es künftig noch eine weitere Änderung: In der Winterzeit (November-Februar) kann eine Anlieferung künftig nur noch an jedem ersten Sonnabend eines Monats erfolgen, und zwar von 9 bis 14 Uhr. Ist das ein Feiertag, dann wird am darauf folgenden Sonnabend geöffnet. In der übrigen Jahreszeit bleibt die Anlage freitags von 13 bis 18 Uhr und sonnabends von 9 bis 14 Uhr auf. Die neue Satzung wurde bei zwei Neinstimmen und einer Enthaltung vom Samtgemeinderat beschlossen.

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