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Bäume fallen am Laurentiusfriedhof

Bad Münder. 18 – bei dieser Zahl wurde sowohl in der Stadtverwaltung als auch im Vorstand der Petri-Pauli-Gemeinde trocken geschluckt. 18 große Bäume müssen weichen, weil sie die Sicherheit auf dem Laurentiusfriedhof gefährden. Gestern wurde mit den Fällarbeiten begonnen.

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„Sicherheit“ ist ein großes Thema auf dem Friedhof, der – im Herzen der Stadt an der Langen Straße gelegen – von Passanten wie auch von Eltern und Kindern auf dem Weg zur Kindertagesstätte Laurentiusweg genutzt wird. Spätestens seit einem Unfall vor zehn Jahren, bei dem ein elfjähriger Junge von einem umstürzenden Grabstein schwer verletzt wurde, ist die Sensibilität für Sicherheitsfragen extrem hoch. Und seit dieser Zeit ist die Sicherheit auf dem Areal, auf dem Anfang des vergangenen Jahrhunderts die letzte Beisetzung stattgefunden hat, ein zentrales Thema zwischen Stadt und Kirchengemeinde.

Der Gemeinde gehört das Gelände, die Stadt pachtete es in den 1950er Jahren. Gestritten wird seit dem Unfall um eine vertragliche Regelung, die auch die Kostenübernahme für Pflege und Erhalt des Geländes in einem Zustand, der den Sicherungspflichten genügt, regelt. Eine Einigung gibt es bislang nicht, Kirchenvorstandsvorsitzende Margret Luther erklärt aber, dass sich in den kommenden Wochen eine Arbeitsgruppe intensiv mit dem Thema beschäftigen werde. „Stadt und Kirchengemeinde sind in ähnlicher Situation – beide haben kein Geld. Und für Maßnahmen auf dem Laurentiusfriedhof gibt es auch keine Zuschüsse von der Landeskirche“, sagt Luther.

Weil für die aktuellen Fällarbeiten aber die Zeit drängte, verständigten sich Stadt und Gemeinde auf eine Teilung der Kosten. „Das musste jetzt passieren. Verschiedene Sachverständige haben dringend zur Fällung geraten. Große Äste drohten herabzufallen“, erklärte die Vorsitzende.

Ein großes Problem des Areals ist der Baumbesatz, der überwiegende Teil besteht aus Eschen – und denen geht es in letzter Zeit in der heimischen Region nicht gut. Das „Eschentriebsterben“ schädige die Bäume massiv, weiß Dirk Hitzemann nach zahlreichen Expertengesprächen. Hinzu komme das Alter der Bäume – einige Eschen sollen nach Untersuchungen einer Bachelor-Arbeit der Münderanerin Laura Haase rund 150 Jahre alt sein. Außerdem sei extremer Efeubesatz ein Problem.

Wie groß dieses Problem tatsächlich ist, erlebte Baumpfleger Klaus Werner Scharrenbroich gestern in luftiger Höhe. In rund 20 Metern zog er einen armdicken, drei Meter langen Ast ohne Mühe aus dem dichten Efeu. „Man kann einfach nicht erkennen, ob der Ast noch fest am Stamm sitzt oder nur noch durch das Efeu gehalten wird“, sagte er. Gemeinsam mit Kollegen des Voremberger Unternehmens Mönnig hatte der Flegesser den Auftrag übernommen, den Laurentiusfriedhof wieder sicherer zu machen. Gemeinsam mit Hans Roufflair schnitt er in großer Höhe Ast für Ast aus dem Baum, unten sicherten die Kollegen – und hielten auch kurzfristig den Verkehr an, wenn ein Ast auf die Lange Straße zu fallen drohte. Stück für Stück wurden die ersten Bäumegekappt, dann kontrolliert gefällt. Dabei mussten die Baumpfleger besonders sensibel vorgehen, noch 44 Gräber gibt es auf dem Friedhofsareal, die nicht beschädigt werden dürfen. Heute und morgen sollen die Arbeiten noch andauern, das Zeitfenster der Baumpfleger ist ohnehin eng: Nur noch bis um 28. Februar darf gefällt werden.jhr



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