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Neubau-Konzept legt Schwerpunkt auf Prävention / 180 000 Besucher pro Jahr nötig

„Bädergarten“ für 16 Millionen Euro: Stadt will Thermalanlagen umsiedeln

Von Marc Fügmann

Bad Münder. Die Stadtverwaltung hat gestern nun auch offiziell die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Kurbetriebs vorstellt. Wie die Neue Deister-Zeitung bereits vorab berichtete, wird darin der Neubau von Thermalbadeanlagen am südlichen Salzbrink oberhalb des Kurparks vorgeschlagen. Gesamtkosten: knapp 16 Millionen Euro.


Von Marc Fügmann

Bad Münder. Die Stadtverwaltung hat gestern nun auch offiziell die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Kurbetriebs vorstellt. Wie die Neue Deister-Zeitung bereits vorab berichtete, wird darin der Neubau von Thermalbadeanlagen am südlichen Salzbrink oberhalb des Kurparks vorgeschlagen. Gesamtkosten: knapp 16 Millionen Euro.

Das ambitionierte Projekt mit dem Titel „Bädergarten“ soll demnach auf einer Gesamtfläche von 6200 Quadratmetern in unmittelbarer Nachbarschaft der Deutschen Klinik realisiert werden. Es wird von den Gutachtern – Baumann Architekten aus Berlin und Wenzel Consulting aus Hamburg – als „in die Landschaft eingebettetes Therapie- und Präventionsangebot mit attraktivem Außenbereich“ charakterisiert.

Wegen zahlreicher konkurrierender Angebote (etwa Ith-Sole-Therme, Tropicana Stadthagen, Hufeland-Therme, Aqualaatzium) rät die Studie vom Bau einer klassischen Therme dringend ab. So fällt der Badebereich mit insgesamt gut 1000 Quadratmetern recht übersichtlich aus. Die Hälfte dieser Fläche entfiele allein auf einen Naturbadeteich im Außengelände, weitere 120 Quadratmeter sind für ein Sole-/Therapiebecken vorgesehen, der Rest verteilt sich auf ein paar kleine Anwendungsbecken.

Gute Chancen sehen die Experten dagegen für eine hochwertige Saunalandschaft (500 Quadratmeter). Von der Meditationssauna über Salzgrotten bis zur indianischen Schwitzhütte – es bleiben praktisch keine Wünsche offen. Für den klassischen Therapiebereich, der mindestens zwei Arztpraxen aufnehmen soll, sind etwas mehr als 600 Quadratmeter reserviert. 900 Quadratmeter verblieben für Fitnessangebote – das „GeTour Vital“ soll danach von der Süntelstraße an den Salzbrink umziehen.

Direkt neben dem „Bädergarten“ sieht die Studie eine Reservefläche vor, auf der im Idealfall ein Hotel mit Tagungsräumen und gegebenenfalls noch Wohnhäuser entstehen könnten.

Wirtschaftlich tragfähig ist das Gesamtkonzept bei jährlich 180 000 Besuchern. Die teilweise sehr optimistischen Steigerungsraten – bis zu 50 Prozent bei den Bewegungsbädern – halten die Gutachter für durchaus realistisch. Schließlich werde das Angebot deutlich ausgeweitet, ebenso wie die Öffnungszeiten mit sieben statt nur fünf Wochentagen. „Darüber hinaus setzen sich die Nutzer zu einem erheblichen Teil aus Privatzahlern zusammen“, heißt es in der Expertise mit Blick auf die angedachten Wellness- und Spa-Angebote.

Einschließlich Grunderwerb belaufen sich die Investitionskosten für die Baumaßnahme auf 15, 7 Millionen Euro. Eine Chance auf Umsetzung hat das Vorhaben deshalb auch nur, wenn zum einen öffentliche Fördergelder fließen und sich sowohl ein Investor als auch ein Betreiber für den „Bädergarten“ finden, betont Bürgermeisterin Silvia Nieber.

Die Gutachter nahmen auftragsgemäß noch zwei weitere mögliche Standorte unter die Lupe, die sich unterm Strich jedoch als weniger geeignet erwiesen hätten. Da ist zum einen der nördliche Salzbrink – nahe am jetzt favorisierten Ort, aber dichter an der B 442 gelegen. Verkehrslärm und eine nur durchschnittliche Parkplatzsituation sorgten hier für Minuspunkte.

Mit Abstand am schlechtesten abgeschnitten hat die dritte Alternative: das Areal des jetzigen Kurmittelhauses. Die weitere Nutzung des Gebäudes nach einem Umbau sei aus wirtschaftlichen und statischen Gründen nicht sinnvoll. Verschiedene Gutachten hätten dem 1980 eröffneten Kurmittelhaus starke Substanzschäden bescheinigt. Hinzu kommt: Es gibt kaum Erweiterungsmöglichkeiten, das Parkplatzangebot ist schon jetzt unzureichend, die Verkehrsanbindung problematisch. Und: Während eines Um- oder Neubaus wäre monatelang kein geregelter Kurbetrieb mehr möglich.

Die Verfasser der Studie schlagen deshalb vor, das alte Kurmittelhaus dem Erdboden gleichzumachen und dort dreigeschossige Stadtvillen als Mehrgenerationenwohnanlage zu errichten. Zusammen mit einem Café, einer Touristeninformation und einer Heilquellentrinkhalle könnte so ein „Tor zum Kurpark“ entstehen.



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