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Bad Münder zeigt Flagge gegen Frauengewalt

BAD MÜNDER. Die Erschütterung über das, was einer jungen Frau von ihrem Exmann aus Eimbeckhausen angetan wurde, war den Teilnehmern der Veranstaltung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am Freitag anzumerken. Die grausame Tat zeigte wie aktuell der Hintergrund des Aktionstages nach wie vor ist.

Die Gleichstellungsbeauftragte Sina Bruns lässt vor dem Rathaus eine Fahne hissen. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Beim hissen der Fahne „Nein zu Gewalt an Frauen“ vor dem Rathaus erklärte Bürgermeister Hartmut Büttner: „Wir dürfen nicht wegschauen, dürfen nicht schweigen. Wir müssen uns aktiv gegen Gewalt einsetzen.“ Der Vorfall in Hameln habe gezeigt, wie gegenwärtig Gewalt gegen Frauen sei. „Wir möchten die Tat an Kader ungeschehen machen, doch wir können es nicht.“

Die Gleichstellungsbeauftragte Sina Bruns, erst wenige Wochen im Amt, erinnerte beim Hissen der Fahne daran, dass jede dritte Frau in Deutschland von sexueller oder körperlicher Gewalt betroffen sei. Ihre Kollegin auf Landkreisebene, Kirsten Wente, hat Zahlen, die die Problematik vor Ort deutlich machen. 2015 waren im Landkreis mehr als 260 Fälle häuslicher Gewalt zu verzeichnen. Aus Erfahrung seien ebenso viele Kinder von häuslicher Gewalt direkt oder indirekt betroffen. Die Dunkelziffer liege um ein Vielfaches höher. „Viele Opfer schämten sich oder versuchten, den Täter oder die Täterin zu schützen“, sagt sie.

Anja Zebahl, Leiterin verschiedener Kurse für Flüchtlinge, erinnerte daran, dass Gewalterfahrungen gerade bei Flüchtlingsfrauen sehr verbreitet seien. Sie betreue in Hameln eine Gruppe von 24 Frauen, die in der Mehrzahl der Fälle ihre Kinder durch Vergewaltigung empfangen haben. „Natürlich haben diese Frauen Probleme, eine Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen. Viele sind psychisch belastet, fast alle haben Schlafstörungen“, sagt sie.

Für Petra Joumaah, Ortsbürgermeisterin und Landtagsabgeordnete, ist wichtig zu betonen, dass Gewalt gegen Frauen ein Thema sei, dass auch ältere Frauen, Seniorinnen, betreffe. „Da gibt es eine unglaubliche Dunkelziffer“, ist sich Joumaah sicher, „doch die Betroffenen schweigen.“

Die Ereignisse von Hameln, an die Büttner erinnerte, griff auch die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt beim Hissen einer Fahne vor ihrem Ministerium auf. Diese schockierende Tat sei der Beleg dafür, welch schlimme Ausmaße das Thema Gewalt gegen Frauen annehmen könne. „Ich bin angesichts dieser Tat in Hameln entsetzt, die Brutalität ist erschütternd“, erklärte sie. Ihr Mitgefühl gelte dem lebensgefährlich verletzten Opfer. „Zugleich begreife ich diese Tat als Mahnung, nicht nachzulassen im Einsatz gegen Gewalt und für den Schutz von Frauen“, so Rundt.



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