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Bad Münder wird zum Mittelpunkt der Tafeln in Niedersachsen

BAD MÜNDER. Fördermöglichkeiten nutzen oder aufs Kerngeschäft konzentrieren? Lebensmittel zukaufen? Wie läuft‘s mit der Unterstützung der Arbeit? Fragen, mit denen sich die heimischen Tafeln auseinandersetzen müssen – und auf die einzelne Einrichtungen in der Region ganz unterschiedliche Antworten gefunden haben.

Eine große Kuchenlieferung einer befreundeten Tafel wird verteilt: Irma Kaldenhoff v.l.) Rosi Riedl und Karin Wiese stellen Pakete für Kunden zusammen. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Die Beiratssitzung der münderschen Tafel entwickelte sich jetzt zu einer lebhaften Diskussionsrunde.

Eingeladen hatte der Vorsitzende Dieter Hainer neben den münderschen Beiratsmitgliedern auch Vertreter der Tafeln Hameln und Springe sowie der Bürgerhilfen Lauenstein und Lauenau, mit denen eine enge Zusammenarbeit gepflegt wird. Neben den aktuellen Zahlen zur Tafelarbeit und Berichten über Projekte, standen zwei Punkte im Mittelpunkt: Die Mitteilung, dass das Landestafeltreffen für Niedersachsen und Bremen am 21. Oktober in Bad Münder stattfinden wird und rund 120 Tafelvorstände die Tagung im Gewerkschaftszentrum der IGBCE am Deisterhang besuchen – und die Verabschiedung von Tafel-Initiator Hermann Wessling aus dem Tafelvorstand.

Zehn Jahre alt wird die Einrichtung am Theenser Anger im Herbst, und ihre Gründung ist aufs Engste mit Hermann Wessling verbunden. Er schilderte die Motive, die 2007 zur Gründung führten – und die sich nicht von den heutigen Zielen unterscheiden: Einwandfreie Nahrungsmittel, die nicht mehr verkauft werden, an Menschen in schwierigen finanziellen Verhältnissen zu verteilen.

Über diese Kernaufgabe hinaus hat es sich die mündersche Tafel in den vergangenen Jahren zur Aufgabe gemacht, angebotene Fördermöglichkeiten zu nutzen und auch Projekte anzuschieben, die nur wenig mit der Ausgabe von Lebensmitteln zu tun haben: Schwimmkurse für Kinder, Schulobst für Grundschüler, die Gründung einer Fahrradwerkstatt und auch die Ausbildung von Integrationslotsen nannte Hainer. Aufgaben, die von Vertretern anderer Tafeln kritisch gesehen wurden. „Aufs Kerngeschäft konzentrieren“ ist dort die Maxime. „Wenn wir die Chance haben, etwas Gutes zu tun, dann nutzen wir sie“, stellte Wessling für die mündersche Tafel fest.

Allerdings wurde beim Beiratstreffen auch deutlich: Die enge Vernetzung der Tafel mit anderen Einrichtungen wie der Diakonie oder auch mit der Stadtverwaltung ist so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal der Münderaner, in anderen Städten und Gemeinden längst nicht so ausgeprägt. An der Beiratssitzung nahmen Bürgermeister Hartmut Büttner und Fachdienstleiterin Elisabeth Borcherding teil, Borcherding unterstützt die Tafel-Arbeit seit der Gründungsidee.

Die Aktivitäten abseits der Lebensmittelausgabe können von der Tafel geleistet werden, weil neben Sponsoren auch Unternehmen und Stiftungen Geld zur Verfügung stellen. Der Förderverein Bundesdeutscher Hilfsdienste zählt zu den großen Unterstützern, ebenso das Projekt Lidl-Pfandspende.

Die Mitgliederversammlung verständigte sich darauf, für den ausscheidenden Hermann Wessling Hans Müller als Beisitzer in den Vorstand zu entsenden. Und auch eine weitere Neuerung kündigt sich an: Voraussichtlich ab Mitte des Jahres wird aus der münderschen Tafel die Tafel Bad Münder. Der Bundesverband der Tafeln hat eine Vereinheitlichung der Bezeichnungen angeregt, um den Namen Tafel schützen zu können.



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