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Bad Münder wächst und schrumpft

BAD MÜNDER. Die mündersche Bevölkerung wird laut Prognosen schrumpfen – für das vergangene Jahr hat sich diese Erwartung aber nicht bewahrheitet: Bad Münder ist im Jahr 2016 gewachsen – um immerhin 72 Einwohner. Dabei gibt es allerdings Gewinner und Verlierer vom Süntel bis zum Deister.

Die Innenstadt von Bad Münder: Dichtes Gedränge ist in den vergangenen Jahren selten geworden – die Kernstadt schrumpfte auch im Vorjahr. Foto: Archiv
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite


Das größte Plus in der Statistik der Stadt lässt sich für Eimbeckhausen verbuchen. Dort wohnen 34 Personen mehr als Ende 2015. Neben Flüchtlingen könnten auch im Baugebiet am Heideweg einige Neubürger eingezogen sein. „Die gute Infrastruktur spielt sicherlich eine Rolle“, meint Fachdienstleiterin Elisabeth Borcherding. Sie zählt dazu Kitas, Grundschulen sowie Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten vor Ort.


Die beste Infrastruktur hat zweifelsohne die Kernstadt.Dennoch ist die Bevölkerungszahl dort im Vorjahr geschrumpft: 7620 Menschen wohnten zum Jahresende in Bad Münder, ein Minus von neun Personen. Woran liegt’s? Sicherlich nicht an den Flüchtlingen, denn davon wurden einige in der Kernstadt untergebracht. Ein breiteres Angebot an Supermärkten, Ärzten und Sportkursen sollte die Kernstadt – verglichen mit den Ortsteilen – attraktiv machen. Die Vermutung liegt nahe, dass derzeit mehr Menschen sterben oder wegziehen als durch Zuzug ausgeglichen wird. Borcherding „Wir haben eben auch das Krankenhaus, das Hospiz und andere Einrichtungen in der Kernstadt.“


Ortsbürgermeister Karl-Wilhelm Baule betonte es schon auf mehreren Versammlungen: Die Perle im Deister wächst wieder. Und die Statistik gibt ihm Recht: Plus 27 Bewohner kann Nienstedt verbuchen. Baule sieht das Bevölkerungsplus vor allem bei jungen Familien, die in das Bergdorf gezogen sind. Die Nähe zur Autobahn, Hannover und Barsinghausen dürfte ebenfalls eine Rolle spielen, „vielleicht auch das Mietniveau im Vergleich zur Region Hannover“, sagt Borcherding. Neue Baugebiete gibt es in Nienstedt allerdings nicht.


Egestorf verliert in dem Ranking deutlich: Minus acht Einwohner hat das Dorf zu verzeichnen – und wird damit wohl auch in Zukunft nicht mehr über die Zahl von 400 Einwohner klettern: 381 Menschen wohnen derzeit in Egestorf.


Von Egestorf reicht nur ein Blick in Richtung Südwesten, um den Gegentrend zu beobachten: Bakede hat den dritten Platz beim Bevölkerungszuwachs mit einem Plus von 23 Bewohnern. Parallel zu Eimbeckhausen kann das Dorf offenbar auch mit Kita, Grundschule und Einkaufsmöglichkeiten punkten, vielleicht auch mit der aktiven Dorfgemeinschaft, die sich beim Tag der Ortschaft auch wieder beim Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ präsentieren will.

Bakedes Nachbarn profitieren übrigens auch: Hamelspringe verzeichnet acht, Rohrsen fünf Einwohner mehr.


Und wie steht es um die Ortschaften in Richtung Hameln? Weniger gut, als vermutlich von den Aktiven im Ort erhofft: Hasperde (+11) gewinnt als einziges Dorf im Vergleich zum Vorjahr, Klein-Süntel (-1), Flegessen (-2), Hachmühlen (-3)zählen entweder zu den Verlierern oder können zumindest keinen Zuwachs verzeichnen. Und selbst für Hasperde gilt: Das Seniorendomizil im Schloss hat in der Vergangenheit angebaut und Platz für viele neue Bewohner geschaffen – was sich ebenfalls in der Statistik niederschlägt.


Stärker verloren hat im Vergleich außerdem Nettelrede: Minus sieben verzeichnet das Dorf zwischen Kernstadt und Stuhldorf. „Grönje“, wie der Ort früher genannt wurde, ist offenbar wenig attraktiv – genauso wie Brullsen, das sechs Einwohner weniger hat.

Wenig Bewegung gab es in Beber (+1), Böbber (-2), und Luttringhausen (+1) – die allerdings ohnehin zu den kleineren Dörfern zählen – Beber ist mit 369 noch das größte Dorf.

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