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Bad Münder: Glasfaser flächendeckend bis Ende 2019?

BAD MÜNDER. Ende 2019 soll es keine weißen Flecken mehr im Stadtgebiet geben. Schnelles Internet für alle, das ist der Plan des Landkreis Hameln-Pyrmont. Der Landkreis hatte zuletzt auf die Fördermittel des Bundes verzichtet – die digitale Infrastruktur soll jetzt ohne das Geld aus Berlin vorangetrieben werden.

Mit Glasfasern in die Zukunft: Der Landkreis treibt den Internetausbau voran. Foto: Rathmann
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Bei dem Ausbau der digitalen Infrastruktur verzichtet das Kreisparlament auf 15 Millionen Euro Zuschüsse, verteilt über 25 Jahre.

Landrat Tjark Bartels hatte die Fördermittel damals als „vergiftetes Geschenk“ bezeichnet, denn der Bund könnte Einnahmen aus der Verpachtung des Netzes fordern. Der Landkreis will aber vor allem selber von dem Ausbau profitieren und die möglichen Pachtgebühren komplett selber einstreichen.

Außerdem schreibt der Bund vor, dass die Planungen, der Bau und der Betrieb des Glasfasernetzes getrennt ausgeschrieben werden sollen. Gleichzeitig sollen alle Kabel bis Ende 2018 fertiggestellt sein – aus Sicht des Landkreises kompliziert, langwierig und in dem Zeitfenster ohnehin unmöglich.

Selbst ohne die Restriktionen dauert es noch, bis die Bagger rollen und die Erde aufreißen können. Bis Ende 2019 sollen alle Kabel verlegt sein. Im münderschen Stadtgebiet profitieren von dem Ausbau Teile von Egestorf und Eimbeckhausen sowie Brullsen komplett. „Ein Großteil von Bad Münder ist bereits durch die Telekom erschlossen“, heißt es jetzt nach aktuellem Planungsstand aus der Verwaltung des Landkreises.

Das Problem mit den Glasfaser-Kabeln der Telekom: Das Unternehmen baut das Netz nur dort aus, wo sich nach internen Kalkulationen die Investition lohnt. Ratsherr Michael Grote aus Eimbeckhausen hatte sich bereits mehrmals über diese Praxis beschwert – und beim Landkreis auf den Ausbau in seinem Dorf gepocht.

Grote hofft nun, dass sein Heimatdorf mit schnelleren Leitungen angebunden wird als geplant: „Mit den Restriktionen des Bundes wären Teile von Eimbeckhausen mit maximal 16 Megabit ausgebaut worden.“ Eine unnötige Bremse, die aus Sicht von Grote ohnehin in Zeiten von Videostreams und Internet-Datenspeichern nicht mehr zeitgemäß ist. In der Theorie können in Glasfaserkabeln die Datenpakete mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1000 Megabit in der Sekunde verschickt werden, bestätigt der Landkreis.

Dass die Ausschreibungen jetzt angepasst werden, begrüßt Grote, der in dem Betroffenen Teil von Eimbeckhausen wohnt. Die Telekom versorgt das Stuhldorf von Bad Münder gesehen nur bis zur Ortsmitte mit 50-Megabit-Leitungen.

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