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Bad Münder: Der schwierige zweite Markt-Tag

BAD MÜNDER. Eine Chance für die Stadt – oder genau das Gegenteil? Selten ist die Innenstadt in Bad Münder so gut besucht wie an den Markttagen. Die Diskussion um die Einführung eines zweiten Wochenmarkttages offenbart in der münderschen Politik aber ganz unterschiedliche Auffassungen.

Als „Frequenzbringer“ gilt der Wochenmarkt – so voll wie an Markttagen ist die Innenstadt nur selten. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Während einige Vertreter wie proBürger-Chef Helmuth Mönkeberg durch einen weiteren Markttag, vorzugsweise am Sonnabend, eine Belebung der Innenstadt erwarten und auch positive Auswirkungen auf den Einzelhandel prognostizieren, sind andere da durchaus skeptischer. Bürgermeister Hartmut Büttner ordnet die Erwartung sogar als „Wunschdenken“ ein – die Kaufkraft würde sich verteilen, die Attraktivität des vorhandenen Markttages am Donnerstag sogar darunter leiden. Eine Einschätzung, die in der zentralen Linie der Auffassung der Verwaltungsmitarbeiter entspricht, die sich näher mit dem Marktthema befasst und dazu auch die bereits auf dem Wochenmarkt am Donnerstag vertretenen Beschicker befragt haben.

Deren Position ist eindeutig, wie auch eine Umfrage der NDZ ergab: Ein zweiter Markttag in Bad Münder wäre für die überwiegende Mehrheit der Beschicker gar nicht möglich, weil sie bereits auf anderen Wochenmärkten vertreten sind. „Bei aller Liebe zu Bad Münder, aber der Wochenmarkt ist nicht so gut besucht, dass er einen etablierten Händler dazu bringen würde, dafür einen Stand auf einem Samstagsmarkt aufzugeben“, sagt ein langjähriger Marktbeschicker. Erfahrungsgemäß lägen die stärksten Markttage am Ende der Woche, freitags oder sonnabends, wenn sich die Kunden für das Wochenende mit frischen Produkuten und Besonderem eindeckten. Nicht umsonst würden Städte wie Hameln oder Bad Pyrmont zusätzlich zu einem Tag in der Woche auf den Sonnabend setzen.

Andere machen kein Hehl daraus, dass sie den Donnerstag in Bad Münder als willkommene Ergänzung ihres Marktplanes mit starken Tagen in anderen Städten sehen. „Die Ware ist da oder leicht zu organisieren, die Fahrzeuge würden sonst stehen und kein Geld verdienen.“

Mönkeberg ist allerdings der Auffassung, dass es sich die Stadt zu leicht gemacht habe, ihre Feststellung zu kurz greife, weil sie nicht die Münderaner berücksichtige, die aufgrund ihrer Berufstätigkeit den Markt am Donnerstag nicht besuchen könnten. Mönkeberg: „Wenn ich die Beschicker des Marktes am Donnerstag frage, ob sie auch samstags kommen würden, ist es ja fast logisch, dass die ablehnen. Aber hat jemand auch bei Marktveranstaltern wie Attraktive Wochenmärkte nachgefragt?“

Unterstützung gab es von Hubertus Wöllenstein (Grüne), der sich an einen ähnlichen Vorstoß vor bereits zwölf Jahren erinnerte und für eine Lösung „nicht noch einmal zwölf Jahre warten möchte“. Sein Ansatz: „Wir sollten alles in Bewegung setzen, um den Sonnabend attraktiv zu machen“. Wenn das nicht mit einem Wochenmarkt möglich sei, solle zumindest überlegt werden, einen Flohmarkt einzurichten – der könne zunächst auch periodisch beginnen. „Wenn wir den installieren, werden wir beim dritten Mal auch einen Gemüsestand da haben und eine Bratwurstbude, wir kriegen samstags eine Attraktivität in der Fußgängerzone.“

Hans-Ulrich Siegmund regte an, dem Verwaltungsvorschlag zu folgen, aber Mönkebergs Vorschlag nicht komplett abzuschmettern – „zunächst“ soll es keinen zweiten Markttag geben. Auch die Idee eines Flohmarktes am Sonnabend bleibt erhalten.



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