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Eigenbedarf bei Krippenplätzen vorrangig

Auswärtige Kinder müssen raus

Samtgemeinde Niedernwöhren. Kinder, die nicht in der Samtgemeinde Niedernwöhren wohnen, haben zum Betreuungsjahr 2014/15 keinen Anspruch mehr auf einen Krippenplatz in den Mitgliedsgemeinden. Kündigungen und Absagen wurden bereits ausgesprochen. „Wir sind knapp mit Plätzen“, erklärte Gudrun Spiller von der Verwaltung diesen Beschluss.

Bei der Kommunikation mit den betroffenen Eltern hat es offensichtlich Missverständnisse gegeben. „Als ich meine Tochter angemeldet habe, gab es keinen Hinweis auf eine Befristung“, erklärt Sylvia Vogt aus Wölpinghausen, deren 16-monatige Tochter seit Januar die Krippe in Meerbeck besucht. Ende April habe sie dann über Dritte erfahren, dass ihr und einigen anderen gekündigt werden soll. Auf telefonische Nachfrage bei der Samtgemeinde bekam sie die Bestätigung. Schriftlich liege nichts vor, auch nicht von der Kirchengemeinde als Träger. Die zuständige Pastorin wollte sich gegenüber unserer Zeitung noch nicht zum Problem äußern.

Was Vogt am meisten wurmt: Auf Briefe an Verwaltung und Kirche bekam sie keine Reaktion. „Mich ärgert die Vorgehensweise, und mich ärgert es, wie hier mit dem Wohl des Kindes umgegangen wird“, erklärt Vogt, die in Stadthagen arbeitet und daher ihr Kind im benachbarten Meerbeck anmeldete.

Offenbar sei man nicht „bemüht, Rücksicht auf die künftige Organisation innerhalb der Familie zu nehmen, die ein Krippenplatz mit sich bringt“, kritisiert sie. Glücklicherweise habe Vogt schnell reagiert und nach den Ferien einen Krippenplatz in Sachsenhagen erwischt. „Jetzt muss sich meine Tochter wieder umgewöhnen.“

Gudrun Spiller zufolge war die Aufnahme von auswärtigen Kindern sowieso „nur auf Zeit“. Dass es Missverständnisse bei der Kommunikation gegeben haben könnte, räumt sie ein. Man suche jetzt mit den betreffenden Eltern nach guten Lösungen. Manche hätten sich sogar schon bereit erklärt, extra ihren Wohnsitz in der Samtgemeinde anzumelden.

In letzter Konsequenz, meint Spiller, sei aber noch gar nichts entschieden. Es gebe immer noch Spielräume, denn nicht alle Anmeldungen seien bislang bestätigt worden, möglicherweise gebe es noch Verschiebungen und damit freie Plätze.

Der Entscheidung, auswärtige Kinder abzuweisen, sei eine Sitzung des Ausschusses für Schule, Bildung und Soziales vorausgegangen, heißt es.

Dieser hatte bereits im April über Umstrukturierungen ab dem Jahr 2014/15 gesprochen (wir berichteten), um dem Bedarf nach Krippenplätzen samtgemeindeweit gerecht zu werden. Zum einen wurde einer neuen Krippengruppe in Nordsehl zugestimmt – alle 15 Plätze sind Spiller zufolge bereits belegt.

Über die Einrichtung einer zusätzlichen Krippengruppe in der „Alten Schule“ Niederwöhren waren sich die Ausschussmitglieder allerdings nicht einig geworden. Sie beauftragten die Verwaltung zunächst damit, zu prüfen, wie viele Plätze überhaupt von auswärtigen Kindern belegt seien. Über die Befristung für Kinder außerhalb der Samtgemeinde Niedernwöhren wusste auch während der Ausschusssitzung nicht jeder Bescheid.kil




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