weather-image
28°
100 Tage im Amt: Bürgermeister hat Einarbeitungsphase hinter sich / Fachbereich III blutet aus

"Außen angebautes Treppenhaus überflüssig"

Obernkirchen (sig). Gut 100 Tage ist Oliver Schäfer im Amt des ersten hauptamtlichen Bürgermeisters. Vor dem Beginn des ersten Sommerurlaubs in der neuen Funktion zieht er eine kleine Zwischenbilanz und erklärt, welche Prioritäten er für die nächste Zeit gesetzt hat.

Kurz vor Urlaubsantritt wirft Oliver Schäfer einen Blick auf die

Die Umstellung vom Bankberuf auf die Aufgaben eines Bürgermeisters sei ihm nicht schwer gefallen, zumal die Mitarbeiter der Stadtverwaltung "hilfreich" zur Seite gestanden hätten, blickt Schäfer zurück. Es sei eine gute Sache, mit Menschen zusammen zu arbeiten, die Verantwortungsbewusstsein zeigen würden - "und ich habe mich deshalb auch ihren Anliegen gegenüber gern aufgeschlossen gezeigt". Es sei ihm durchaus klar, dass mit seinem Start hier natürlich auch ein Generationswechsel vollzogen habe. Ein großer personeller Umbruch steht beim Fachbereich III, der sich mit dem Hoch- und Tiefbau sowie mit Fragen des Umweltschutzes befasst, bevor. Mitte August scheidet der langjährige Leiter Ulrich Kuhlmann aus und beginnt mit dem passiven Teil seiner Altersteilzeit. Am 30. April 2008 folgt ihm Reiner Kreuter, der sich vornehmlich um Umwelt und Natur, um das Baurecht und die Bauverwaltung gekümmert hat. Nur zwei Monate später räumt auch Siegfried Sambale seinen Schreibtisch. Er hat den Tiefbau abgedeckt, einschließlich Straßenunterhaltung und Kanalnetz. Was hat Schäfer mit diesem Fachbereichvor, in dem bald nur noch vier von sieben Mitarbeitern übrig bleiben? Sicher bestehe Handlungsbedarf, so Schäfer: "Mir ist klar, dass hier Mitarbeiter mit viel Wissen und Sachverstand ausscheiden." Es sei seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Rat und Verwaltung auf diesen wichtigen Feldern weiterhin sachgerecht beraten könnten. Zusätzlich müsse überlegt werden, ob man im Rathaus zusätzliche Kompetenz von außen beziehen und nur noch die technischen Aufgaben selbst in die Hand nehmen - oder ob die frei werdenden Positionen neu besetzt würden. Der für Schäfer wichtigste politische Termin ist der 26. September: Dann wird im Rat über den ins Auge gefassten Umbau des Rathauses diskutiert. Während CDU/WGO und Grüne/WIR sowie Schäfer selbst für die so genannte kleine Lösung plädieren, spricht sich die SPD für einen kompletten Anbau aus. Für Schäfer stehen die Kosten und die Funktionalität des Umbaues im Vordergrund. Die bereits abgespeckte Variante der Verwaltung mache den Bau eines außen angebauten Treppenhauses überflüssig: "Wir benötigen aber in jedem Fall einen behindertengerechten Eingang." Immer noch im Gespräch ist damit natürlich auch das Bürgerbüro. Schäfer geht es um mehr Offenheit und um einen leichteren Zugang für die Bürger, ohne dabei die notwendige Diskretion außer Acht zu lassen. Er können sich von Montag bis Freitag Öffnungszeiten von 8 bis 18 Uhr vorstellen - "und vielleicht auch am Sonnabendvormittag." Zu diesem Bürgerbereich gehören nach Ansicht Schäfers das Passwesen, das Einwohnermeldeamt, das Standesamt, die Stadtkasse, und es sollten auch steuerliche Anliegen sowie Bausachen bearbeitet werden: "Wir werden uns dazu noch dort Informationen einholen, wo man auf diesem Feld bereits Erfahrungen gesammelt hat, wie zum Beispiel in Rinteln." Genutzt werden soll die Sommerzeit für Konzepte für die Ganztagsschule am Kammweg und für die weiteren Maßnahmen zur U3-Betreuung. "Erstrebenswert wäre natürlich das Einrichten einer Gesamtschule im Schulzentrum." Vielleicht gebe es ja noch eine zweite Chance nach der nicht gelungenen Einführung der Kooperativen Gesamtschule (KGS), und die, so Schäfer "dürften wir uns dann nicht entgehen lassen". Nachdem die Aufnahmefähigkeit der "Rasselbande" erschöpft sei und dort bereits eine Warteliste besteht, müsste die weitere Vorgehensweise bei der Kleinkindbetreuung gründlich beraten: "Und dabei spielt auch das Gebäude der Krainhäger Schule eine Rolle."

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare