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Ausbau Katzenteich: Warten auf die Riesen-Rechnung

BAD MÜNDER. Einen Bescheid hat Familie Noack noch nicht bekommen, die Bagger sind aber schon angerollt: Der Katzenteich in Nettelrede bekommt eine neue Fahrbahn, wird erstmalig erschlossen. Kostenfaktor: rund 290 000 Euro, 10 Prozent bezahlt die Stadt, 90 die Anwohner.

Die Bagger sind im Einsatz, die Straße ist seit Montag gesperrt: Der Katzenteich in Nettelrede wird ausgebaut. Foto: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Die sollten eigentlich zu Baubeginn die Rechnung für die Straßenerschließung zahlen – bis jetzt gab es aber keine Bescheide von der Stadtverwaltung. Doch im Grunde kennen Christian und Paulina Noack die Rechnung schon, die auf sie zukommt: 55.000 Euro standen als Kostenvoranschlag in dem Brief, den sie vor knapp einem Jahr bekamen (wir berichteten), 80 Prozent werden eigentlich bei Baubeginn fällig – also seit Montag. Eine Summe, von der die Familie nichts ahnte, als sie vor drei Jahren zusammen mit den Großeltern und den Kindern nach Nettelrede zogen und sich auf viele Jahre verschuldeten.

Sie haben das größte Grundstück am Katzenteich, durch die seit der Verengung der Tempsstraße vor zwei Jahren auch Traktoren, Laster und Busse rollen. Dass nun auch noch Baufahrzeuge Lärm verursachen, ist Familie Noack ziemlich egal, auch dass jetzt noch keine Rechnung im Briefkasten gelandet ist: „Es ändert ja nichts daran.“ Gewissheit hätte Christian Noack aber trotzdem gerne: „Solange ich noch keinen Bescheid in der Hand habe, kann ich nichts machen.“ Ob sie die Summe zahlen können, einen Kredit bei der Bank bekommen oder den Betrag bei der Stadt mit hohen Zinsen stunden müssen, ist ungewiss. Fest steht nur: Der fünfstellige Betrag war vor drei Jahren nicht eingeplant, als sie ihren Kreditrahmen voll ausschöpften und den Hof mitsamt Grundstück für rund 200.000 Euro kauften.

Der Katzenteich ist eine der Straßen, die von der Stadt gebaut, aber nie endgültig erschlossen wurden – was jetzt nach rund 30 Jahren nachgeholt wird. Es handelt sich nicht um eine Sanierung, deren Kosten anders aufgeteilt werden und die außerdem zumeist günstiger ausfällt. Zudem verteilen sich die Kosten auf nur wenige Anlieger mit großen Grundstücken.

Bei der Stadt ist die Erschließung der Straße schon im Vorjahr im Haushaltsplan eingepreist worden. Weil die Auftragsbücher der Baufirmen aber voll waren, wurde die Maßnahme um ein Jahr geschoben – um Geld zu sparen.

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