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Aus für Kurpark-Projekt

Bad Münder. Schöner wohnen am Kurpark – daraus wird nichts. Die Hamelner Immobiliengesellschaft Bako Invest hat ihre Pläne für 14 Luxus-Apartments an der Ecke zur Friedrich-Ebert-Allee aufgegeben. Grund ist fehlendes Käuferinteresse.

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Trotz monatelanger, intensiver Vermarktungsbemühungen durch das BHW sei es nicht gelungen, eine ausreichende Zahl von Wohnungen zu veräußern, sagte Bako-Invest-Geschäftsführer Wilfried Leder. „Dabei haben wir das Projekt sogar bundesweit beworben.“ Am Ende seien nur zwei Vorverträge unterzeichnet worden – zu wenig, um die Finanzierung auf ein solides Fundament stellen zu können. In beiden Fällen erfolge nun eine Rückabwicklung.

Bako Invest hatte auf dem knapp 2600 Quadratmeter großen Grundstück zwei Baukörper mit jeweils sieben barrierefreien Wohneinheiten gehobenen Standards errichten wollen. Quadratmeterpreis: ab 2000 Euro. Bevorzugte Zielgruppe waren gut situierte Senioren.

Warum der Plan nicht aufging, wo doch in vielen anderen Städten vergleichbare Häuser wie Pilze aus dem Boden schießen? Für Leder steht fest: „Bad Münder ist ein sehr schwieriges Pflaster.“ Für viele Interessenten sei der zu weit entfernte Bahnanschluss ein Hinderungsgrund gewesen. „Wieder andere haben sich an der Kurhotel-Ruine gestört, die sie nicht vor der Nase haben wollten“, sagt der Geschäftsmann und fügt hinzu: „Das gleiche Vorhaben in Springe oder Hameln – und wir wären alle Wohnungen los geworden.“ Als hinderlich habe sich zudem das Überangebot preiswerter Häuser und Wohnungen in Bad Münder erwiesen. Es gebe reihenweise leerstehende Immobilien zum Spottpreis. Die Vermarktung eines Neubaus, bei dem eine Flut von Vorschriften im Zusammenhang mit energetischen Auflagen die Kosten in die Höhe trieben, sei da kaum zu stemmen.

Auf dem großen Grundstück bleibt Bako-Invest nach dem Ausstieg aber nicht sitzen. Auch hier haben sich die Projektentwickler – wie in der Branche üblich – vertraglich von vornherein ein Hintertürchen offen gelassen. Bei Nichtzustandekommen des Vorhabens verbleibt es beim bisherigen Eigentümer.

Ganz verabschieden von einem Investment am Standort will Leder sich noch nicht. Man prüfe, ob sich an Ort und Stelle ein anderes Vorhaben verwirklichen lässt – kein Wohn-, sondern ein Gewerbeprojekt. Mehr will er zu diesem Zeitpunkt nicht verraten. Vorerst jedoch hat sich die Zahl der vielen gescheiterten Projekte am Kurpark um ein weiteres erhöht.

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