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Schützenverein sucht neuen Chef

Aus für das Bad Nenndorfer Schützenfest

Bad Nenndorf (rwe). Die Stadt Bad Nenndorf ist um eine Traditionärmer. Der Schützenverein hat das Ende Juni geplante Schützenfest abgesagt und steckt in einer Krise. Vorsitzender Detlef Nixdorf, sein Stellvertreter Dieter Weihe und Schießsportleiter Dieter Kabuth sind nur noch kommissarisch im Amt, nur zwei der fünf Vorstandsposten regulär besetzt. An eine Liquidation des Vereins ist aber nicht gedacht, heißt es.

Detlef Nixdorf

Der schleichende Niedergang des Schützenwesens macht auch vor der Kurstadt nicht halt. Erst strich der Verein das Kurgastschießen, dann stellte er 2007 das Bürgerschießen ein und verzichtete wegen der Arbeiten am Kleinkaliberstand auf den Stadtpokal. In diesem Jahr kommt nun das Aus für das Schützenfest. Vorsitzender Detlef Nixdorf hat in dieser Woche die Kapellen abbestellt und dem Festwirt abgesagt. Die Stadt ist informiert, dass sie den Zuschuss von 1000 Euro spart. "Auch damit könnten wir das Fest nicht finanzieren", erklärt Nixdorf auf Anfrage. Die Resonanz sei einfach zu schwach. Zudem richtet der Kreisverband Nesselblatt sein Kreisschützenfest diesen Sommer nicht wie sonst in der Kurstadt aus, sondern ist zu Gast beim Jubiläum in Apelern. Doch die Krise bei den Bad Nenndorfer Schützen greift tiefer. Im November hatte Nixdorf angekündigt, nach sechs Jahren aus privaten Gründen nicht wieder zu kandidieren. Doch weder in der Jahresversammlung im Februar, zu der 30 der 90 Schützen kamen, noch in der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 11. April fand sich ein Nachfolger für ihn. Auch nicht für Vize Dieter Weihe und Schießsportleiter Dieter Kabuth, die beide ebenfalls nicht zur Wiederwahl antraten. "Es wird aber keine Liquidation oder Fusion geben", betont Nixdorf, der wie die beiden anderen bis zur Neuwahl satzungsbedingt im Amt bleibt. Auch an eineÜbernahme durch einen anderen Klub sei nicht gedacht. Derzeit arbeite eine Gruppe von Mitgliedern an einem Konzept für den Verein und auch an den Personalien, sagt Nixdorf. Zumindest sind mit Kassierer Dietmar Beck und Schriftführer Heiko Trieschmann zwei Ämter frisch besetzt. Doch egal, welcher Kandidat zu einer möglichen Wahl im Juni antritt: Es erscheint fraglich, ob der Verein je wieder einen Festplatz aufbauen und eine große Königsvesper im großen Zelt ausrichten wird. "Wir sind auf einem relativ hohen Level gefahren", verweist Nixdorf auf viele andere Vereine, die nur noch in ihren Schützenhäusern feiern. Das könnte auch in Zukunft in der Kurstadt der Fall sein. Den durch die Stadt finanziell mit 19 000 Euro geförderten Ausbau des Kleinkaliberstandes an der Cecilienhöhe soll die Vorstandskrise jedenfalls nicht behindern. Gut 800 Arbeitsstunden haben die Mitglieder laut Nixdorf schon in die Anlage investiert, nur die Holzverkleidung fehle noch und werde demnächst angeschraubt. Deshalb verspricht der kommissarische Vorsitzende trotz aller Probleme, dass eine weitere Tradition am Leben bleibt: Einen Schützenkönig wird es in Bad Nenndorf auch 2008 geben.



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