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Fast 13 000 afrikanische Buntbarsche schwimmen in Aquarien an der Eimbeckhäuser Fritz-Hahne-Straße

Aus Eimbeckhausen in die ganze Welt

Eimbeckhausen (st). Über 30 Jahre ist es her, dass sich Tobias Schmidt mit dem Aquarium-Virus angesteckt hat – bei seinem Vater. Mittlerweile hat der heute 39-Jährige sein Hobby zum Beruf gemacht. Er verkauft Zierfische – allerdings nicht irgendwelche Zierfische: Cichliden, afrikanische Buntbarsche. Seine Fische kommen ausschließlich aus zwei Seen in Ostafrika, seine Kunden dagegen aus der ganzen Welt.

Auch diese kleinen Kameraden sind Cichliden.

Ganz unscheinbar, in einem alten Fabrikgebäude an der Fritz-Hahne-Straße in Eimbeckhausen, liegt die Halle, in der Schmidt seine Fische hält. Der Eingang befindet sich an der Rückseite des Gebäudes, ein Schild weist auf das „Cichlidenland“ hin. Drinnen: Aquarien, soweit das Auge reicht – über 500 Stück. „Seit 2010 bin ich hier mit meinen Fischen. Davor habe ich die Zucht und den Versand als Hobby von Flegessen aus betrieben“, erzählt Schmidt. „Hier habe ich mittlerweile an die 13 000 Tiere schwimmen.“ In rund 150 000 Litern Wasser. Ein Großteil der Fische sind Wildfänge. „Die kommen direkt aus dem Malawisee oder dem Tanganjikasee, die beide zu den zehn größten Seen der Erde zählen“, erklärt der Fischliebhaber.

In Plastiktüten mit Wasser verpackt kommen die Tiere – gesichert durch feste Styropor-Container – zu Schmidt nach Deutschland. „Ich bin selbst auch schon in Afrika gewesen und habe mir Fische mitgebracht.“ Schmidt zieht die Tiere dann auf, züchtet bestimmte Arten auch selbst nach. „Die Wildfänge verschicke ich über den gesamten Globus. Meine Kunden kommen aus Taiwan, China und Korea und nahezu überall in Europa. Gerade bin ich dabei Beziehungen in die Türkei aufzubauen“, sagt Schmidt.

Die Nachfrage nach den bunten Barschen ziehe an, sagt der Fachmann. „Die Tiere sind schon etwas anderes als die üblichen Baumarkt-Guppies, die Kinder für 1,50 Euro kaufen und die nach drei Wochen eingehen.“ Cichliden seien robuste Tiere, das Wasser benötige keinerlei Aufbereitung. „Es sollte so um die 25 Grad warm sein, der ph-Wert über 7,5 liegen, dann sind die Fische zufrieden.“ Die Barsche gibt es in jeder erdenklichen Farbe und Größe, auch die Nahrung unterscheidet sich. „Es gibt sowohl Räuber, als auch Pflanzenfresser“, weiß Schmidt. Eines haben aber nahezu alle Cichliden gemeinsam – eine echte Besonderheit: „Sie sind Maulbrüter. Das heißt, die Weibchen tragen ihre Eier im Maul, irgendwann verlassen die geschlüpften Fische dann die Mundhöhle der Mutter.“

Schmidt hat einen Buntbarsch aus dem Aquarium geholt.

Während die Afrikaner rund um die großen Grabenseen die Fische auch essen – sie fangen sie, um sie anschließend zu trocknen –, würden Schmidts Kunden die Tiere ausschließlich zu Zierzwecken erwerben, erklärt der Händler. Ab 15 Euro sei ein echter Wildfang zu haben. „Nach oben sind da preislich keine Grenzen gesetzt. Ich habe auch schon große Fische für über 300 Euro verkauft“, sagt Schmidt. Nachzuchten seien bereits ab vier Euro pro Stück zu kriegen. Der Löwenanteil der Kunden bestellt die Tiere über das Internet. „Am Wochenende kommen aber auch Kunden direkt hier in Eimbeckhausen vorbei“, sagt der Fachmann. Gerade dann sei es wichtig, auch ein paar Angebote für die Kinder im Programm zu haben. Seine nächste große Lieferung geht nach Korea: 280 Fische, sicher verpackt in Plastiktüten und Styropor-Container.

Nach über 30 Jahren als Fischfan habe sich sein Blick auf die Aquarien leicht verändert. Es sei zwar immer noch Entspannung und Faszination zugleich, wie als Kind, aber mittlerweile sei es ebenso der Blick des Geschäftsmannes.



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