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Aus dem Universum der Liebe: Szenische Lesung im Schaafstall

EGESTORF. Sie sind Rezitatoren wie auf den Leib geschrieben. „Ach, die Frauen“, so heißen die 300 schönsten Erzählungen des italienischen Autors Alberto Moravia. Eine kleine Auswahl haben Leslie Malton und Felix von Manteuffel jetzt im Rahmen der Mitgliederveranstaltung des Vereins „Kultur im Schaafstall“ präsentiert.

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Autor

Christoph Huppert Reporter

Das Schauspielerehepaar, das 2000 zum ersten Mal in Egestorf gastierte, gehört zum Freundeskreis von Ernst Jürgen Kirchertz. „Und gute Freunde helfen sich“, so Kirchertz überglücklich und dankbar, dass die beiden Schauspieler kurzfristig für die erkrankte niederländische Brecht-Sängerin, die eigentlich für die Mitgliederveranstaltung eingeplant war, einsprangen.

„Ich bin kein Freund von Hörbüchern“, gestand Kirchertz, „aber nach dieser Veranstaltung …“. In der Tat erwies sich die szenische Lesung des Schauspielerehepaars vor allem als ein Hörgenuss. Der mit einem kecken roten Tuch um den Hals drapierte Felix von Manteuffel ist ein kongenialer Vorleser, der die Dramatik der Texte vor allem aus Sprechtempo, sorgfältig inszenierten Pausen und wechselndem Tonfall zu Bildern im Kopf des Hörers formt. Gestaltendes Lesen in Perfektion, wohl kaum hat man die Texte aus dem Universum der Liebe inniger und schöner zu hören bekommen.

Der Zugriff der in schwarz und rot gekleideten, gertenschlanken Leslie Malton ist völlig anders. Ihr Vortrag ist stimmlich akzentuierter, dramatischer, lebt von stärkerer Dynamik. Ihr Partner oft mit gelassener, sehr sympathischer Behäbigkeit, sie dagegen bis an den Rand der Quirligkeit, expressiv und zugleich voll weiblicher Schläue. „Ach, die Frauen“ ging es dem geneigten Zuhörer da mehr als einmal durch den Kopf.

Mit Maskottchen: Ernst Jürgen Kirchertz wirbt für den Verein.

Natürlich war der „Schaafstall“ auch diesmal voll besetzt. „Die Mitgliederzahl des Vereins Kultur im Schaafstall liegt relativ konstant bei 120“, konnte Kirchertz mitteilen. Die wirtschaftliche Lage? „Nun ja, Kultur auf dem Lande ist schwierig. Schwierig aber nicht hoffnungslos“, so der Veranstalter. Das Grundkonzept der „Schaafstall“-Veranstaltungen wird deshalb trotz anhaltendem Defizit gleich bleiben. Nicht zuletzt setzt Kichertz seine Hoffnungen auch auf einen neu eingetretenen Förderer. Es wird also auf jeden Fall weitergehen. Schließlich: Wer solche Freunde hat, der braucht sich um Publikumsresonanz keine Sorgen zu machen. „Trotzdem wären ein paar mehr Mitglieder sehr wünschenswert“, sagt Kirchertz.



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