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Sonntagsausflug startet heute im Pyrmonter Dörfchen Thal

Aus dem Tal auf die Hochfläche, oder: Nicht jeder Wilhelm ist ein Kaiser…

Es muss zur Kaiserzeit hierzulande viele Patrioten gegeben haben, die ihre Verehrung für Kaiser und König dadurch bekundeten, dass sie nicht nur gigantische Denkmäler schufen wie jenes an der Porta Westfalica für Wilhelm I., sondern auch markante Punkte in der Landschaft nach ihnen benannten. So gibt es sowohl im Saupark wie auch nördlich von Kleinenberg auf der Ottensteiner Hochfläche einen Wilhelmsblick, in Kleinenberg selbst übrigens auch einen 1913 vom damaligen Kriegerverein errichteten Wilhelmsstein. Man könnte also vermuten, dass auch die idyllisch gelegene Siedlung Wilhelmstal, unterhalb von Eichenborn am Rande jener Hochfläche gelegen, ihren Namen einem deutschen Kaiser verdankt. Doch weit gefehlt! Namensgeber des kleinen Pyrmonter Ortes war vielmehr ein Eichendorfer Bauer namens Wilhelm Strohmeyer.

Autor:

Ingeborg Müller

Da hier der Schwerpunkt seiner Ländereien lag, ließ sich jener Wilhelm 1880 als erster Bewohner im schmalen Talgrund nieder und begründete damit die Siedlung. Etwas eigenwillige Menschen scheinen sich in der Folge hier angesiedelt zu haben. Das lassen zumindest die Wohnhäuser vermuten, die wie Schwalbennester an den Berghang gebaut und nur durch steile Auffahrten und Treppen zu erreichen sind. Wilhelmstal ist eine Etappe auf unserem Rundweg, der uns aus dem Emmertal hinaufführt zur Höhe und uns die Bewegtheit der Landschaft am Nordhang der Ottensteiner Hochfläche deutlich macht – schöne Fernsichten eingeschlossen.

Wir beginnen die Rundwanderung in Thal, einem Ortsteil von Bad Pyrmont. Schon am östlichen Ortseingang, aus der Gemeinde Emmerthal kommend, gibt es beim Festplatz einen Wanderparkplatz. Hier hält auch der Bus der Linie 40 Hameln – Bad Pyrmont des Nahverkehrs Hameln-Pyrmont. Am Parkplatz können wir uns zunächst die recht informative Karte anschauen mit ihren zahlreichen Wandermöglichkeiten. Wir entscheiden uns für die längste, die auf der Karte und in der Natur – und dort sehr zuverlässig – mit T4 markiert ist. Der Reiz dieser Route liegt schon einmal darin, dass wir zunächst zu jenem Waldvorsprung mit der markanten Gruppe hoher Buchen ansteigen, der auf der linken Seite die Kulisse bei der Einfahrt ins Tal der Emmer auf dem Weg nach Bad Pyrmont belebt. Jeden Wanderer muss es reizen, einmal dort oben gestanden zu haben – wir schaffen es in einer guten Viertelstunde.

Dazu steigen wir auf der Bürgermeister-Böke-Straße an. die in einer Serpentine zunächst durch und dann nach links um den Ort in die Feldmark führt. Schön ist der Blick zurück in das Tal der Emmer mit den Thaler Klippen und dem darüber steil ansteigenden Büsseberg. Im Nordosten sehen wir Welsede vor dem lang gestreckten Höhenzug des Scharfenbergs liegen. So steigen wir im Rechtsbogen zum Waldrand an und wandern oberhalb der markanten Buchen entlang. Dann führt der Weg im Linksbogen leicht ansteigend in den Wald.

Einen nach Eichenborn ausgeschilderten Abzweig nach links beachten wir nicht, sondern gehen bergab bis zu einem Holzplatz an einer lang gezogenen Kreuzung.

Jetzt geht es schräg nach links nahezu eben auf eine große Lichtung zu, die wir im Rechtsbogen umwandern. In einem kleinen Wildgehege können wir dort Damwild beobachten. Sehr viel beeindruckender aber ist der Blick, den wir über das landwirtschaftlich genutzte, leicht wellige Gelände und die bewaldete Umgebung haben, wenn wir auf eine Fahrstraße stoßen und dieser nach rechts folgen. Sie bringt uns zu den Häusern von Wilhelmstal, die zum höher gelegenen Ort Eichenborn gehören. Von der dorthin führenden Straße biegen wir zunächst nach rechts ab und gehen dann am Waldrand weiter.

Die Aussicht, die wir jetzt genießen, vermittelt uns das Gefühl einer wirklichen Bergwanderung. Dann umfängt uns wieder der Wald. Bei einer scharfen Rechtskurve vor einer Bergwand geht ein mit B 11 markierter Weg hinunter, hier lässt sich bereits der Rückweg nach Thal antreten. Wir wandern jedoch weiter auf unserem recht abwechslungsreichen Weg und sehen links vor uns den Flugplatz von Kleinenberg. Schon in Sicht- und Hörweite der Fahrstraße von Bad Pyrmont nach Kleinenberg zweigt unser Wanderweg schließlich scharf nach rechts ab und führt nun oberhalb eines kleinen Tals bergab. Bei einer Gabelung halten wir uns rechts und freuen uns an diesem besonders schönen Abstieg in einem Wald, der zu beiden Seiten am Hang ansteigt. Später führt der Weg durch die Feldflur, gesäumt von Hecken und Sträuchern. Ehe wir Thal fast am jenseitigen Ortsende erreichen, schauen wir noch hinüber nach Bad Pyrmont und zu dem hoch gelegenen Ortsteil Hagen. Dann gehen wir auf der Hauptstraße wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück.




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