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Aus dem Süntel – für Deutschland

Bad Münder. Wasser aus Bad Münder – für weite Teile Deutschlands: Das Unternehmen Teamblue an der Süntelstraße rüstet derzeit kräftig auf, in den kommenden zwölf Monaten sollen die Kapazitäten vervierfacht werden. Rund eine Million großer Wassergallonen sollen dann pro Jahr von Bad Münder aus in Arztpraxen, Apotheken und Unternehmen in ganz Nord- und Mitteldeutschland gehen.

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Autor:

Katharina Weißling

Mit Hochdruck und größter Sorgfalt arbeiten Techniker gerade in der Teamblue Halle an der Süntelstraße am Aufbau einer neuen Wasserabfüllanlage. „Der Mercedes unter den vollautomatischen Anlagen“ soll sie sein, und deutlich leistungsfähiger als das bisherige Modell. Derzeit füllt noch eine Handvoll Mitarbeiter 250 000 Groß-PET-Flaschen à 18,9 Liter pro Jahr mithilfe einer halb automatischen Anlage ab.

Grund für die erhebliche Neuinvestition ist eine ganze Gemengelage. Da ist erstens die aus logistischer Sicht hervorragende zentrale Lage Bad Münders. Im Umkreis von 300 Kilometern lassen sich von hier aus die meisten deutschen Kunden problemlos beliefern. Zweitens bestechen die besonderen Eigenschaften des Wassers aus der Süntelquelle und drittens gab es da einen echten Glücksfall im Wasserspender-Markt. Zumindest wenn man die Sache aus der Perspektive des deutsch-finnischen Unternehmens Teamblue betrachtet. „Eigentlich ist unsere Nische ein echt träges Geschäft, ein sehr stabiler Markt“, sagt Teamblue Geschäftsführer Mika Krieger. Wer einmal einen Lieferanten für seine Wasserspender habe, wechsle in der Regel nicht mehr. Schließlich leeren sich die Fünf- Gallonen-Behälter zumeist nur langsam. Alle paar Wochen werden sie ausgetauscht, insgesamt habe so eine PET-Mehrwegflasche eine Lebensdauer von etwa zehn Jahren.

Dass Teamblue gerade seine Flaschen umetikettiert auf Teamblue Dolphin GmbH hat folglich einen besonderen Grund. Im Dezember hatte der Nestlé-Konzern große Teile seines Wasserspender-Geschäfts an die Schweizer Firma Eden Springs verkauft und sich damit – als Marktführer – aus dieser Nische verabschiedet. Nicht enthalten in dem Deal war allerdings die Wasserabfüllung. Hierfür brauchte Eden Springs einen Partner und holte über einen weiteren Partner die Münderaner ins Boot. Die Tinte unter den Joint-Venture-Verträgen zur Teamblue Dolphin GmbH ist inzwischen trocken, berichtet Krieger. Allein die Infrastruktur bedürfe noch der Überholung. So muss der Hausanschluss erneuert werden.

„Wir sind im Gespräch mit Teamblue, das wird in den nächsten vier bis sechs Wochen passieren“, sagt Andreas Tschöpe vom Wasserversorger Purena, der das Wasserwerk in Klein Süntel betreibt. Für den Großteil der Münderaner, die ihr Wasser aus eben diesem Wasserwerk beziehen, verläuft die große Verschiebung in der Nische der Wasserspender wohl unbemerkt. Sie können weiterhin unbesorgt mit dem wertvollen Gut duschen, es die Toilette hinunterspülen oder natürlich auch selbst trinken. „Die Trinkwasserqualität ist hervorragend“, bestätigt Tschöpe. Frisch aus den beiden Brunnen in Klein-Süntel gezapft wird es lediglich enteisent, entmanganisiert und von überschüssiger Kohlensäure befreit.

Krieger hat schon Sommeliers von „seinem“ Wasser schwärmen hören. „Die sagen, dass es den Geschmack von Wein oder Sekt ideal unterstützt“, berichtet er. Der unschlagbare Vorteil: „Es hat eben gar keinen Geschmack“, sondern gehe stattdessen „rund, angenehm, mild und neutral“ am Gaumen entlang. Und da teilt das mündersche Wasser übrigens wieder Eigenschaften mit einem weltberühmten Wasser-Klassiker: Das italienische San Pellegrino-Wasser aus den bekannten grünen Flaschen rühmt sich „brillant, ohne ablenkende Aromen“ zu schmecken – so zumindest eine Sommelier-Einschätzung.



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