weather-image
Klinik-Kläranlage auf Sri Lanka gebaut / Ministerpräsident lobt Ehrenamtliche

Auftrag des Landes Niedersachsen: Interhelp leistet Hilfe zur Selbsthilfe

Hameln / Bückeburg. Sie trommeln, blasen auf Muscheln und tanzen anmutig unter freiem Himmel in der Tropensonne - barfüßige Musiker und Tänzer in rot-weißer Volkstracht feiern die Grundsteinlegung für den Bau einer Kläranlage auf dem Gelände des Krankenhauses an der Galle Road, die Sri Lankas Hauptstadt Colombo mit Galle im Süden des Landes verbindet. Ganz nebenbei vertreiben die Männer mit lautem Getöseböse Dämonen von einem Ort der Hoffnung. Der Gestank, der zu den Feiernden herüberweht, raubt ihnen fast den Atem. Die schwarze Brühe, die aus den maroden Sickergruben des 346-Betten-Hauses in Richtung Siedlung läuft, stinkt nach Kot, Urin und Fäulnis. "Die Menschen dort sind in großer Sorge. Sie haben Angst vor Seuchen", sagt Mangala Fernando, Interhelp-Koordinator für Sri Lanka. Lothar Nolte vom Niedersächsischen Umweltministerium bestätigt diese Einschätzung: "Von den Abwässern geht ein erhebliches Infektionsrisiko aus." Das wird sich nun ändern: Mit der Umsetzung der Hilfsmaßnahmen in dem fernen südasiatischen Inselstaat hat das Land Niedersachsen Anfang Februar den heimischen gemeinnützigen und mildtätigen Verein "Interhelp - Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe" beauftra gt.

Baubeginn auf Sri Lanka: Auf dem Gelände des Hospitals enthüllen

Bekannt wurde Interhelp unseren Lesern besonders durch das Engagement von Fürst Alexander als Schirmherr und im Vorstand. Die Organisation hatte nach der Tsunami-Katastrophe der Not leidenden Bevölkerung nicht zuletzt mit Spenden aus Bückeburg geholfen. Im Feldlazarett "Hameln Hospital" wurden seinerzeit 18 500 Behandlungen durchgeführt. 68 Massivhäuser für Flutopfer entstanden; aber auch eine Tempel- und eine Montessori-Schule wurden gebaut. Mit der geplanten Abwasserbehandlungsanlage wird sich die hygienische Situation des Krankenhauses nachhaltig verbessern. "Ich freue mich, in Interhelp einen kompetenten Partner zur Umsetzung dieses Projekts gefunden zu haben", sagt Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander. Interhelp verfüge über umfangreiche Erfahrungen mit Hilfsprojekten auf Sri Lanka, meint Lothar Nolte vom Umweltministerium. Dieses Know-how solle im Interesse der unter den Nachwirkungen der Tsunami-Katastrophe leidenden Bevölkerung genutzt werden. In vier bis fünf Monaten, verspricht Madura Pradeepa, Direktor des sri-lankischen Unternehmens "Aqua Technologies Ltd.", sei das Abwasser-Problem am Krankenhaus Geschichte. Dann werde eine moderne Kläranlage ihren Betrieb aufnehmen. "Das Projekt des Landes Niedersachsen ist auf Nachhaltigkeit angelegt", unterstreicht Interhelp-Vorstandsvorsitzender Ulrich Behmann. "Deshalb passt es zu unserer Philosophie von humanitärer Hilfe. Wir setzen auf Hilfe zur Selbsthilfe." Vorstandsmitglied Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe freut sich über die Beauftragung des Landes: "Es ist eine Ehre für Interhelp, ein derart wichtiges Hilfsprojekt für unser Land umsetzen zu dürfen." "Wir arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich. Bei Interhelp versickern keine Spen- dengelder", betont Interhelp-Mitglied Margret Grote aus Groß Berkel, die auf eigene Kosten an den Feierlichkeiten auf Sri Lanka teilnahm. Die Erneuerung wichtiger Versorgungs- und Entsorgungsinfrastruktur am Balapitiya Base Hospital auf Sri Lanka sei eineüberaus wichtige Nothilfemaßnahme, ist Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff überzeugt. Er dankte den Interhelp-Mitgliedern für deren "vielfältiges Engagement für die Tsunami-Opfer auf Sri Lanka und in anderen Ländern". Interhelp bittet um Spenden, um weiterhin Menschen in Not helfen zu können: Spendenkonto: 20313 BLZ 254 501 10, Sparkasse Weserbergland. Interhelp im Internet: www.interhelp.dewezet.de



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt