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Aufmarsch in der Kurstadt

Bad Nenndorf (epd). Neonazi-Gegner wollen heute Abend und am Sonnabend in Bad Nenndorf gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten demonstrieren. Die Polizei erwartet rund 200 Teilnehmer aus der rechten Szene und rund 400 Gegendemonstranten.

Rechtsextremisten eines "Ehrenkomitees 8. Mai" haben bereits zum dritten Mal einen "Trauermarsch" für Wehrmachtssoldaten und SS-Offiziere zum "Wincklerbad" angemeldet. Bei einer Kundgebung sollen auch die NPD-Politiker Andreas Molau und Udo Pastörs sprechen. In dem Gebäude, das heute von der Kurverwaltung genutzt wird, befand sich von 1945 bis 1947 ein Internierungslager und Verhörzentrum der britischen Armee für Nazis. In dem Lager sollen Gefangene auch gefoltert worden sein. Die Neonazis wollen ihrem Aufruf zufolge gegen "Terror - Folter - Mord" protestieren. Hinter dem Aufruf steht unter anderem die Gruppe "Nationale Sozialisten aus Schaumburg und Ostwestfalen-Lippe". Zur Gegendemonstration hat nebenörtlichen Organisationen und Gruppen (wir berichteten) auch die "Kulturinitiative Detmold" aufgerufen. Holocaust-Leugner und Anhänger der NS-Ideologie hätten kein Recht, gegen Terror, Folter und Mord zu protestieren, sagte deren Sprecherin Melanie Schwarz: "Ausgerechnet Neonazis, für die brutale Gewalt gegen Andersdenkende auch heute noch selbstverständlicher Bestandteil ihres politischen Handelns ist, maßen sich an, tatsächliche oder vermeintliche Missstände in einem alliierten Internierungslager zu kritisieren." Im Wincklerbad war nach Angaben von Antifaschisten nach Kriegsende unter anderem der SS-Obergruppenführer Oswald Pohl (1892-1951) inhaftiert. Pohl sei für die reibungslose Organisation der Konzentrationslager zuständig gewesen.




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