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Tausende von leuchtenden Höllenfratzen starren auf die Bühne, als Ober-Penäler Angus Young mit „Rock Or Bust“ die hochexplosive AC/DC-Höllenparty eröffnet. Im typischen Chuck Berry-Entengang watschelt der hyperaktive Gitarrist über die Bühne und lässt seiner Gibson sofort freien Lauf.

Mit „Rock Or Bust“, „Play Ball“ und „Baptism By Fire“ lassen die australischen Hardrocker gerade mal drei Songs ihres aktuellen Albums „Rock Or Bust“ in ihre schweißtreibende Show einfließen – der Rest, und das ist auch gut so, lässt sich von den Fans lautstark mitgrölen. Molotow-Cocktail-Mucke nannten die Neider ihre Musik, die bis dato jedoch weltweit nur in den oberen Regionen der Charts explodierte.

Die Bühne unter „High Voltage“, die Fans schon Stunden vor dem Konzert – AC/DC haben sich im Laufe der Jahre auf der VH1-Liste der „100 besten Hardrock-Bands“ auf Platz 4 verewigt. Bei jedem Konzert steigen nicht nur die Bier-Umsätze an den Theken, sondern auch die Kaufkraft des Publikums an den Merchandise-Ständen.

Der Wettergott zeigt sich gnädig – das Messegelände zwar unter Dauerstrom, aber nicht unter Dauerregen. Für „Thunder & Lighning“ sorgen an diesem Abend nur AC/DC. Da wird es selbst Rock‘n‘Roll-Irwisch Angus zu heiß – erst fliegt die Schiebermütze, dann das grüne Jacket seiner Schuluniform. Vor fünf Jahren gab es an gleicher Stelle die Deluxe-Ausführung seiner Striptease-Einlage: Auf der Unterhose des Rock-Urgesteins erspähte man das AC/DC-Logo.

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Nachdem sein Bruder Malcolm die Gitarre, er leidet an beginnender Demenz, endgültig an den Nagel hängen musste, steht mit Angus Young das letzte Gründungsmitglied der legendären Kombo auf der Bühne. Malcolm Young wird jetzt durch seinen Onkel Steve ersetzt – für Drummer Phil Rudd, muss sich wegen einer angeblichen Morddrohung vor Gericht verantworten, trommelt jetzt Chris Slade.

So krächzt sich Brian Johnson weiterhin mehr oder weniger durch die Setlist, während Cliff Williams seit fast 40 Jahren weiter souverän und fast unauffällig den Viersaiter zupft. Angus Young legt noch ein paar Kohlen nach und bringt den „Rock‘n‘ Roll Train“ weiter auf Höchstgeschwindigkeit. Zu „Hells Bells“ wird die Höllen-Glocke heruntergelassen, kurze Zeit später werden 75 000 Gehörnte zu „You Shook Me All Night Long“ noch einmal richtig durchgeschüttelt.

Die Bühne scheint zu explodieren, als die Band „T.N.T.“ anstimmt. Da muss sich selbst die überdimensionale Gummipuppe bei „Whole Lotta Rosie“ in Deckung bringen – „It’s Only Rock‘n‘ Roll, But We Like It.

„I’m on the highway to hell – on the highway to hell“ röhrt Johnson, der von 75 000 textsicheren Kehlen auf seinem Weg in die Hölle begleitet wird. „For Those About To Rock“ zum Schluss – „We Salute You“, AC/DC – ihr ward höllisch gut, aber auch höllisch laut.

Angus Young: Die Ruhe vor dem Sturm, in Aktion, in Siegerpose.




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