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Weltrekord: 100 Paare tanzen Cha-Cha-Cha - gleichzeitig mit 42 000 Tänzern in Deutschland

"Auf Toilette geh'n is' jetzt nicht mehr..."

Stadthagen (sk). Gestern morgen hat Uschi Braun es vom Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband (ADTV) erfahren: Der Weltrekordversuch im deutschlandweiten Cha-Cha-Cha-Massensimul tantanz am Sonnabendabend ist gelungen. Im Ratskellersaal haben sich auf Einladung der Tanzschule Uschi Braun 100 Paare an dem Ereignis beteiligt, rund 42 000 waren es insgesamt.

"He goes, she goes" heißt die Tanzfigur im Cha-Cha-Cha: 100 Paar

Auf der einen Seite saßen die Jungen, auf der anderen die Mädchen, und dann hieß es "auffordern" - damals vor 40 Jahren. Die Stuhlreihen im Saal haben am Sonnabend an das Szenario vergangener Tanzschultradition im Ratskeller erinnert, an die sechziger und siebziger Jahre, als Adele Sander dort Ton und Takt angab. Am Sonnabend übernahm Tanzlehrerin Uschi Braun das Kommando. Keine frisch konfirmierten Teenanger allerdings, sondern tanzbegeisterte Frauen und Männer im Alter zwischen 14 und 70 Jahren nahmen im Stadthäger Ratskeller an einem besonderen Ereignis teil. Erstmals hatten am Welttanztag 320 Tanzclubs im ADTV eine gemeinsame Aktion durchgeführt. Mit einem Weltrekordversuch im Cha-Cha-Cha-Massensimultantanz über sechs Minuten wurde ein Eintrag in das "Guinness-Buch der Rekorde" angestrebt sowie die RTL-Spendenaktion "Wir helfen Kindern" unterstützt. Für die Stadthäger Tanzschule gingen im Ratskeller 100 Paare an den Start, darunter eine 20-köpfige "Abordnung" aus Wölpinghausen. Der Start war für alle Tanzclubs pünktlich um 21.12 Uhr. Dann sendete RTL Radio einen vorbestimmten Tanztitel, der in Stadthagen allerdings von einer CD lief. Bis dahin blieb Zeit zu einer letzten Übungssequenz. "Die Herren gucken zum Marktplatz", gab Braun die Ausrichtung der Paare vor und schaute fröhlich dem "Sortieren" zu: "Jetzt müsste man wissen, wo der Marktplatz ist." Die Tänzer verinnerlichten die wichtigste Regel für den Wettbewerb: "Immer versuchen, so schnell wie möglich wieder reinzukommen", legte Braun den Paaren ans Herz für den Fall, das man den "Faden verliert". Und Schiedsrichter Volker Much erklärte im Pressegespräch, worauf er ab 21.12 Uhr ein Auge haben würde: "Es kommt darauf an, dass alle im Takt sind." Die korrekte Ausführung der Tanzfiguren interessiere ihn "überhaupt nicht". Um 21.05 Uhr wurde es ernst. Alle Paare standen auf der Tanzfläche. "Auf Toilette geh'n is' jetzt nicht mehr", kennzeichnete Uschi Braun die knappe Zeitspanne bis zum Start. Mit den ersten Takten von "Can't take my eyes off you" kamen alle Paare synchron "in Tritt". Kein Auge ließen Much und Ehefrau Roswitha von den Tänzern. Mit dem letzten Musikton rissendiese die Arme hoch und applaudierten sich selber. Geschafft! Much hatte keine Einwände. Und deutschlandweit hat es auch geklappt.

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