weather-image
33°
Britisch-französische Lebensart auf den Kanalinseln / Leserreise im Mai

Auf Jersey will Patty die Sonne am liebsten in Flaschen abfüllen

Saint Helier. Französische Gelassenheit, britisches Flair: Die Kanalinseln sind nicht weit, nur etwa 20 Kilometer, von der nordfranzösischen Küste entfernt, und doch gehören sie zum englischen Königreich. Patty ist eine von etwa 90 000 Einwohnern Jerseys. Sie ist hier geboren, groß geworden, fährt ab und zu mal aufs Festland und lässt den lieben Gott ansonsten einen guten Mann sein. Kann man ja auch auf so einem schönen Fleckchen Erde mitten im Meer.

270_008_4719547_LR_Jersey_1510_3.jpg

Autor:

Jean LeGrand

„Das ist meine Heimat. Der Blick aufs Meer, die weiten Strände, die gemütlichen Pubs, der sommerliche Touristentrubel und die winterliche Abgeschiedenheit – nichts davon möchte ich missen“, sagt Patty. Sie trifft sich heute mit zwei Freundinnen im Chambers, einem Pub an der Mulcaster Street. Eine Folk-Rockband spielt „Living On An Island“, ein alter Hit der britischen Rockveteranen Status Quo. Und das tun sie, die drei Mittvierzigerinnen: auf einer Insel leben. Mit allem, was dazugehört. „Manchmal braust ein Sturm über uns hinweg, dann klappern die Fensterläden wie verrückt. Und manchmal scheint die Sonne so sehr, dass wir sie am liebsten in Flaschen abfüllen möchten, um im Winter davon zu kosten“, lacht Patty.

Ach, wenn das doch funktionieren würde, es wäre wundervoll. Dass genügend Sonnenstrahlen zur Verfügung stünden, steht außer Zweifel. Jersey gilt als die sonnenreichste Insel ganz Großbritanniens. Sie ist die größte der Kanalinseln, die vor etwa 10 000 Jahren nach der letzten Eiszeit entstanden sind. Die zweitgrößte ist Guernsey, danach folgen Alderney und Sark. Weitere kleine Inselchen sind teils nicht, teils kaum bewohnt – auf dem kleinen Quadratkilometer Jethou leben drei Einwohner. „Das wäre mir aber dann doch ein bisschen zu einsam“, gibt Patty gerne zu und bestellt drei Bier. Ohne Schaumkrone versteht sich, so trinkt man das in England.

Oder doch ein Wein? Immerhin haben die Kanalinseln eine französische Vergangenheit, und nirgendwo anders als hier auf diesen Eilanden im Ärmelkanal sind die Gemeinsamkeiten von Frankreich und England größer. Bis ins 18. Jahrhundert waren die Inseln französischsprachig. Die Nähe zum französischen Festland tut ihr Übriges. „Aber wir fühlen uns nicht als Franzosen, wir sind Briten“, sagt Patty. Oder mehr noch: Weltbürger. Denn wer auf Jersey oder Guernsey einmal Urlaub macht, der wird den Geist dieser Inseln spüren, an denen Tausende von Schiffen am gar nicht so weit entfernten Horizont vorüberziehen. Darin liegt allerdings auch ein großes Risiko. „Wir hoffen, dass nichts passiert. Ein Tanker- oder Frachterunglück, das wäre das Schlimmste, was passieren könnte. Das würde die Inseln zerstören“, sagt Patty mit sorgenvoller Miene.

270_008_4719543_LR_Jersey_1510_5.jpg
270_008_4719545_LR_Jersey_1510_4.jpg
270_008_4719556_LR_Jersey_1510_1.jpg
  • Gorey Castle auf Jersey ist eine sehenswerte Festung, der pittoreske Häuser und ein Hafen zu Füßen liegen.

Die Natur ist großartig auf den Kanalinseln. Weitläufige Strände, kleine Buchten, dazu hübsche Cottages und ein Himmel, der zum Greifen nah scheint. „Es ist wunderbar hier. Ich will nirgendwo anders hin.“ Man kann Patty wirklich verstehen.

Kommen Sie mit Dewezet und Pyrmonter Nachrichten auf eine Leserreise, die vom 23. bis 30. Mai dieses Jahres nach Jersey und Guernsey führt. Im Reisepreis von 1043 Euro pro Person im Doppelzimmer sind unter anderem sieben Übernachtungen in einem Vier-Sterne-Hotel mit Frühstück, Taxi- und Bustransfers, Hin- und Rückflug sowie Deutsch sprechende Reiseleitung vor Ort enthalten. Buchungen und Infos in den Geschäftsstellen der Tageszeitungen (Osterstraße in Hameln, Rathausplatz 1 in Bad Pyrmont) sowie unter der - Hotline 0 51 51 / 200-555.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare