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Kent zählt zu den abwechslungsreichsten Landstrichen Großbritanniens / Individuelle Besucher-Beratung

Auf historischen Pfaden durch den Garten von England

Die weißen Kreidefelsen von Dover. Sie sind oft das erste Stück Land, das England-Fahrer zu sehen bekommen. Und nicht immer kamen diese in friedlicher Absicht. Kein Wunder, dass sich Dover im Laufe der Jahrhunderte zur stärksten und imposantesten Festung des Inselreiches entwickelte. Wer hier landet, betritt geschichtsträchtigen Boden. Seit mehr als 2000 Jahren beschützen die historischen Befestigungsanlagen die englische Küste. Und so ist die Anreise mit der Fähre nach Dover noch immer die aufregendste Art, nach Großbritannien zu gelangen. Schnell gerät man dabei ins Visier von Sir Bertram Home Ramsay, der als Standbild auf dem Beobachtungsposten der Admiralität die ganze Bucht überblickt. Der britische Admiral leitete im Zweiten Weltkrieg unter dem Codenamen „Operation Dynamo“ die militärische Evakuierungsaktion von Dünkirchen. Die unterirdischen Geheimtunnel von Dover mit Kommandozentrale und Lazarett legen beredte aufwühlende Zeugnisse dieser jüngsten kriegerischen Vergangenheit ab.

Autor:

Karin Rohr

Aber Dover ist auch das Tor zu einem der schönsten und abwechslungsreichsten Landstriche des Vereinigten Königreichs: Kent, der Garten von England, paart ländlichen Charme mit reicher Historie und unzähligen Vergnügungsmöglichkeiten. Die kurze Anfahrt vom Kontinent macht diese älteste Grafschaft Englands schon für ein verlängertes Wochenende attraktiv. Noch reizvoller aber ist ein ausgedehnter Urlaub – egal, ob man ihn auf geschichtsträchtigen Pfaden, auf botanischer Entdeckungstour, an magischen Stränden und Buchten, in Städten und Badeorten oder sportlich aktiv mit dem Golfschläger verbringt.

Klar, an Canterbury kommt keiner vorbei. Das wäre eine Sünde. Denn diese Stadt mit der berühmten Kathedrale, die romanische, normannische und gotische Baustile zu majestätischer Einheit verschmilzt, Sitz des anglikanischen Erzbischofs ist und Schauplatz großartiger, erhabener, aber auch blutiger Momente war, hält viele Schätze bereit. Die Stadt selbst mit ihren pittoresken Gassen lädt zum Bummeln ein. Ein Spaziergang auf dem alten Stadtwall eröffnet ungeahnte Ausblicke und Einblicke. Normannische Schlossruinen, idyllische Gärten, ausladende Parks, Museen und Galerien, die mittelalterlichen West Gate Towers – für alles sollte man sich Zeit nehmen. Auch für die urigen Pubs und Restaurants, in denen – wie bei Deeson’s – traditionelle Gerichte aus der Region aufgetischt werden: Austern, Muscheln und Spezialitäten wie Romney Marsh Lamb. Oder wie wär’s mit einer Bootstour durch die Altstadt von Canterbury? Vom Wasser aus erschließen sich völlig neue Perspektiven und Ansichten. Die Tour dauert eine gute Viertelstunde – und, keine Angst, man wird gerudert und nebenbei mit einer Fülle kurzweiliger Geschichten und Anekdoten unterhalten, die nach bester britischer Manier nicht nur die netten Sitten vergangener Lebensart ins rechte Licht rücken. Wenig nett war es vermutlich auch im Kerker der West Gate Towers, dessen viktorianische Gefängniszellen ab Sommer besichtigt werden können – dank eines privaten Investors, der diesen lange verschlossenen Trakt in ein spannendes Museum verwandelt. Neugierig geworden? Kent Greeters, die sehr persönlich gefärbte Führungen durch Canterbury anbieten, können viel über ihre Stadt erzählen …

Viel zu erzählen hätten wohl auch die Mauern von Leeds Castle: Das nur wenige Kilometer von Kents „Hauptstadt“ Maidstone gelegene Bilderbuch-Schloss wurde unter Heinrich VIII. errichtet – auf zwei Inseln inmitten eines künstlichen Sees. Hier vergnügte sich der Tudor-König, der seine sechs Ehen oft blutig beendete und der sich nach dem Bruch mit der katholischen Kirche selbst zum Oberhaupt der Kirche Englands machte. Über 900 Jahre lebten in Leeds Castle Könige, Adlige, Lords und Ladys – zuletzt Lady Baillie, die das Schloss 1926 kaufte, aufwendig renovierte und wie einst Heinrich VIII. für Geselligkeiten nutzte. Das soll auch so bleiben, hat die Lady testamentarisch verfügt, als sie Leeds Castle in eine Stiftung einbrachte: Das Schloss kann nicht nur besichtigt werden, sondern es finden dort auch Festlichkeiten und öffentliche Veranstaltungen statt. Zur royalen Hochzeit von William und Kate am 29. April gibt es hier ein Public Viewing mit Party und Feuerwerk. Übrigens kommen in Leeds Castle auch Vogel- und Garten-Fans auf ihre Kosten: Die Volieren mit exotischen Vögeln sind ebenso sehenswert wie es die weitläufige Parkanlage ist.

4 Bilder

Gartenträume. Die werden in Kent in Hülle und Fülle erfüllt. Und jede Jahreszeit hat hier ihre Reize. Eine der spektakulärsten Anlagen ist das von Vita Sackville-West und Harold Nicolson in den 1930ern konzipierte Anwesen Sissinghurst mit dem legendären weißen Garten und dem weithin sichtbaren Turmhaus.

Wer Kent individuell entdecken möchte, nimmt am besten das Auto mit: Die Anreise über Dünkirchen nach Dover mit DFDS Seaways ist schnell und bequem. Eine auf individuelle Wünsche und Neigungen abgestimmte Programmgestaltung und touristische Beratung übernimmt gern das Team von „Visit Kent“, Tel. 00 44/12 27 81 29 14, E-Mail: julie.edwards@visit kent.co.uk, im Internet: www.visitkent.co.uk.

Hat die See im Blick: Admiral Sir Bertram Home Ramsay in der Festungsanlage von Dover (ganz li.).

Legendär ist die Gartenanlage von Sissinghurst (li.)

Ein Bilderbuch-Schloss: Leeds Castle kann nicht nur besichtigt werden, sondern hier finden auch regelmäßig Festlichkeiten und öffentliche Veranstaltungen statt. Noch heute trägt es die Handschrift von Heinrich VIII., dem Tudor-König. Fotos: Rohr

Canterbury zu verpassen, wäre eine Sünde: Die Kathedrale zählt zu den wichtigsten Sakralbauten der Kunst- und Kulturgeschichte. Aber auch die Stadt mit ihren pittoresken Gassen und romantischen Wasserwegen ist wunderschön.




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