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Auf großer Kräutertour

Bad Münder. Wenn die Erkältung im Anflug ist, Verstopfung plagt oder der Rücken zwickt, muss zur Behandlung in vielen Fällen nicht sofort zu Tabletten gegriffen werden. So manches Pflänzchen aus der Naturapotheke wirkt wahre Wunder, weiß Gudrun Fischer-Seidel. Regelmäßig bietet sie Führungen zu heimischen Kräutern an, in der kommenden Woche erkundet sie mit Interessierten einen Bereich, den kaum jemand mit heilenden Kräutern in Verbindung bringt: den Kur- und Landschaftspark.

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„Zwischen Haustür und Gartentor wächst so viel, das positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat“, sagt Fischer-Seidel. Und ihr macht es Freude, bei ihren Führungen und Wanderungen das Bewusstsein der Teilnehmer auf die Möglichkeiten der Natur zu lenken. Dabei muss sie sich nicht einmal eine feste Route ausarbeiten. „Das ist auch schwierig, weil ich ja vorher nie weiß, was gerade abgemäht wurde“, lacht sie. Spontan geht sie auf das ein, was bei der Führung am Wegesrand zu finden ist. Weißdorn und Hagebutte, Schlehe, Holunder und Löwenzahn, Giersch und Kamille – auch im Spätsommer haben Kräuter und Früchte große Bedeutung, macht sie deutlich. Weißdorn als altbewährte Mittel bei Herzschwäche, gemahlene Weißdornfrüchte benutzte man in Notzeiten als Mehl. „Viele ältere Teilnehmer kennen es noch unter der Bezeichnung Müllerbrot“, weiß Fischer-Seidel.

Es sind die kleinen Geschichten und Anekdoten, die Ausflüge in die lange Geschichte der Kräuter und ihre Verwendung, die die Führung mit der Kräuter-Expertin so unterhaltsam machen. Am Walnussbaum kommt sie nicht vorbei, ohne darauf hinzuweisen, dass manche Früchte schon von sich aus zu erkennen geben, welchem menschlichen Organ sie gut tun: Die Frucht der Wallnuss ähnelt nicht nur der Struktur des menschlichen Hirns, ihr Genuss soll auch die geistige Leistungsfähigkeit steigern. „Zwei bis drei Walnüsse am Tag steigern das Denkvermögen“, lacht sie.

Wer sich zu einer ihrer Führungen anmeldet, hat eine Feststellung bereits gemacht: Kräuter gibt es keineswegs nur im Supermarkt oder in der Apotheke. „Für viele ist aber das, was hier am Wegesrand wächst, nur Unkraut“, weiß die Expertin – und mit diesem Vorurteil will sie aufräumen. Das nächste Mal am Mittwoch, 25. September. Ab 14 Uhr geht es für rund zwei Stunden durch den Kurpark. Treffpunkt ist am Gradierwerk. Anmeldungen für die Führung des Calenberger Landsommers nimmt Fischer-Seidel unter 05044/17 15 entgegen.jhr

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