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Auf der Empore

Schacht-Wiemer

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Autor:

Elisabeth

Ich kann es nur raten: Gewohnte Positionen zu verändern, festgelegte Angewohnheiten abzulegen, alltägliche Regelmäßigkeiten zu unterbrechen. Das schärft den Blick für Neues, macht sensibel für Andere(s). Neulich saß ich im Gottesdienst in der Kirche auf der Empore. Da hatte ich noch nie gesessen, wollte es aber schon immer mal tun. Interessant, wie der Blickwinkel sich verändert! Den Organisten mal aus der Nähe zu betrachten. Die Musik ist viel näher, laut und brausend. Da hängt ein Kreuz, das ich selten so richtig wahrgenommen habe. Und neben mir die Konfirmanden, die verstecken sich gerne auf der Empore und freuen sich, wenn mal was schief geht. Die Zeit, die vor uns liegt, lädt auch dazu ein, Angewohnheiten, die uns einengen, die uns auch erstarren lassen, mal zu überdenken oder abzulegen. Am kommenden Mittwoch beginnt die Fastenzeit oder Passionszeit. Die evangelische Kirche ruft wieder zur Fastenaktion "Sieben Wochen ohne" auf. Diesmal unter dem Motto "Verschwendung". Aha?! Das passt doch nicht zum Fasten, wo man auf Dinge verzichtet? Erläutert wird das mit der Idee "Sieben Wochen ohne Geiz". Wer sich dem anschließt, wird dazu angeregt, in dieser Zeit soviel von sich zu geben wie möglich. Keine materiellen Dinge, sondern Zeit, Gastfreundschaft, Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft. Unsere Gesellschaft ist sehr am Gewinn orientiert. Oft ist der Gedanke wichtig: Was habe ich davon? Was bringt mir das? Wir sind aufgefordert in der vor uns liegenden Zeit, uns anders zu verhalten. "Sieben Wochen ohne Geiz" bedeutet, dass wir unsere Zeit, unseren Einsatz für andere großzügig verteilen. Durch kleine Gesten der Aufmerksamkeit, durch eine Einladung, ein Gespräch oder ein spontanes Hilfsangebot. Denn das vierzigtägige Fasten bedeutet nicht in erster Linie Verzicht. Als Zeit der Besinnung auf das Wesentliche im Leben und auf die Beziehung zu Gott ist diese Zeit traditionell gewinnbringende Zeit. Wer freigiebig ist, lebt glücklicher. "Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb", so steht es in der Bibel. Vor allem aber denken wir in der Fastenzeit an den, der alles gab, der nichts für sich behielt, nicht einmal sein Leben - an Jesus Christus. Elisabeth ist Pastorin der Kirchengemeinde Exten-Hohenrode.



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