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Hunderte Besucher erleben erste "Lange Nacht der Kirchen"

"Auch Stille wird ausgehalten"

Stadthagen (sk). Die erste "Lange Nacht der Kirchen" ist am Freitagabend mit Hunderten von Besuchern auf außerordentlich lebhafte Resonanz gestoßen. Alle fünf beteiligten Kirchen verzeichneten sehr gute Besuche.

Gospel, afrikanische Lieder, den Abba-Song "Mamma mia", dazu Beatles-Titel - all dies vielstimmig, harmonisch, frisch und vielfach nicht nur mit den Stimmbändern sondern mit ganzem Körpereinsatz geboten: Unverkennbar "Kreuz& Quer" eröffnete die "Lange Nacht der Kirchen". Mehr als 250 Besucher hörten dem Probsthäger Chor unter der Leitung von Matthias Goedecke in der Martini-Kirche mit wachsender Begeisterung und machten so gar keine Anstalten, das Ende des halbstündigen Konzerts zu akzeptieren. Dabei sollten die Gäste sich auf den Weg in die anderen Gotteshäuser begeben. Es sei zwar schwer als Gemeindepastor so etwas zu sagen aber: "Raus!", forderte Pastor Wolf-Peter Koech lachend die froh gestimmten Zuhörer auf, scheuchte die Gottesdienstbesucher hinaus in die lange Kirchennacht. Einige suchten den Kontrast, wanderten - die Rhythmen, das Lachen, die Musik noch im Sinn - von der Martini-Kirche in die Stille der Klosterkirche. Andere hörten ein hochklassiges Konzert mit der "Camerata Nova Braunschweig" in der Kreuzkirche. Händel intonieren die vier Musiker in der Johann-Sebastian-Bach Straße während im Nebenraum kulinarische Köstlichkeiten zum kostenlosen Zugreifen arrangiert waren. Rund 20 Spaziergänger lauschten in der späten Dämmerung unter freiem Himmel der alten Weise "Weißt du wie viel Sternlein stehen". Blechbläser unter der Leitung von Willi Dammeier boten eine Serenade auf dem Marktplatz. Mitsingen konnten die Kirchennachtbesucher in der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde an der Teichstraße. Hier vermeldeten die Organisatoren "volles Haus." 50 Gäste kamen in die katholische Kirche, wo Jutta Jänsch auf der Orgel spielte. Ein Orgelkonzert mit Kantor Christian Richter war in St. Martini zu hören. "Ich fand es toll", resümierte Pastor Thomas Krage von der reformierten Gemeinde. In der Klosterkirche hatten Besucher während der Kirchennachtstunden schweigend den hohe Raum wahrgenommen, die mit wechselnden Farben beleuchteten Epitaphe, die leise Orgelmusik von CD. Krage: "Auch die Stille wird ausgehalten und gesucht." Ihn habe es außerdem gewundert, wie viele junge Leute gekommen seien. Noch nach der Schlussandacht, zu der die bereitgestellten Stühle längst nicht ausreichten und sich Dutzende Besucher auf dem Teppichboden niederließen, saßen Lino Coscia (20) und Dennis Albrecht (19) in der Klosterkirche.Religiös seien sie eigentlich nicht. Eher "aus kulturellen Gründen" sind die Schüler des Gymnasiums Adolfinum aus Bückeburg zur "Langen Nacht der Kirchen" nach Stadthagen gekommen - per Fahrrad.




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