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5000 Fans toben sich bei Status Quo in der ausverkauften Swiss Life Hall restlos aus

Auch nach fast 50 Jahren läuft ihre Hitfabrik auf Hochtouren

Von Trends und Modeerscheinungen haben sich Status Quo nie leiten lassen, beeindruckten immer mit schnörkellosem, gradlinigem Boogie-Rock. Dass sie ohne Verfallsdatum noch immer „All Over The World“ rocken, liegt sicher auch an der Konstante Parfitt/Rossi, deren Spielfreude nach fast 50 Jahren ungeteilt zu sein scheint.

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Ähnlich wie vor drei Jahren konnten die „Könige der drei Akkorde“ auch in diesem Jahr ein ausverkauftes Haus verzeichnen – auch der hochkarätige „Support“ Uriah Heep trug sicher dazu bei, dass die Swiss Life Hall letztes Wochenende aus allen Nähten platzte.

Blicken wir 40 Jahre zurück, begegneten sich damals Uriah Heep und Status Quo auf Augenhöhe. Während Parfitt/Rossi & Co. Anfang der Siebziger mit Songs wie „Paper Lane“ oder „Caroline“ in den Hitparaden punkteten, feierten Uriah Heep mit Titeln wie „Lady In Black“ und „Gypsy“ triumphale Erfolge. Gemeinsam mit Black Sabbath oder Led Zeppelin zählte die Band zu den frühen und erfolgreichsten Vertretern des Hardrock. Im Unterschied zu vielen anderen Interpreten des Genres dominierte bei den Briten auch oft die melodische und romantische Seite des Hardrock, der zudem noch durch mehrstimmigen Gesang unterstützt wurde. Als Überbleibsel der einstigen Super-Formation ist nur noch Gründungsmitglied und Gitarrist Mick Box dabei. Sänger Bernie Shaw vertritt den 1985 verstorbenen Originalsänger David Byron recht ordentlich, kommt jedoch gesanglich bei Weitem nicht an Byron ran. Dennoch, was das Quintett an diesem Abend ablieferte, war erste Sahne. Überhit „Lady In Black“ als Zugabe – davor mit Songs wie „Sunrise“, „Gypsy“ und „Easy Livin“ bejubelte Werke der Hardrock-Formation.

„The same procedure as every year“ heißt es dann wenig später, als Francis Rossi vor den Marshall-Türmen kauert und Rick Parfitt aus seiner Fender die ersten Töne des Openers „Caroline“ herausdrischt. Rossi und Parfitt, die Massen-Dompteure, wie immer an vorderster Front. Trotz aller Tiefschläge und gesundheitlicher Probleme lassen es die beiden Rock-Dinos noch immer ordentlich krachen, gelten nach wie vor als unkaputtbar.

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  • Alles hört auf mein Kommando – Francis Rossi pfeifft das Konzert an.
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Nach dem Motto „Whatever You Want“, bekommt das Publikum dann auch die volle Quo-Dröhnung – die „Partynatoren des Rock“ wissen, was sie ihren Fans schuldig sind. Obwohl die Musikjournalisten noch immer mit einem Lächeln „den Mantel des barmherzigen Schweigens“ über Status Quo ausbreiten – dem Publikum ist es egal – sie wollen vom traditionellen Markenprodukt „Status Quo“ keine grundlegenden Änderungen.

Sogar einen Film haben „die Hohepriester des Zwölftakt-Riffs“ in diesem Jahr gedreht, eine Action-Komödie mit dem Titel „Bula Quo“. Da werden dann auch ordentlich die Fans bespaßt, dass man dazu den Soundtrack geschrieben hat, versteht sich von selbst. Als kleine Hörprobe gibt’s im Konzert allerdings nur die beiden Stücke „Looking For Caroline“ und „GoGoGo“.

„What You’re Proposing“, „Down The Dustpipe“, „Wild Side Of Life, „Railroad“ und „Again And Again“ werden als Medley verpackt, bevor Rick Parfitt bei „Big Fat Mama“ und „Creepin‘ Up On You“ beeindruckend seine gesanglichen Fähigkeiten unter Beweis stellt. Danach läuft die Quo’sche Hitfabrik auf Hochtouren – mit „In The Army Now“, „Down Down“ „Whatever You Want“ und „Rockin‘ All Over The World“ folgen die erfolgreichsten und bekanntesten Hits der Gruppe.

Mit einer Chuck-Berry-Hommage geht’s in die Verlängerung – „Bye Bye Johnny“, Bye Bye Status Quo. Sicher wird es kein langer Abschied, denn schon im kommenden Jahr kehren Rossi und Parfitt zurück auf Deutschlands Bühnen. Dann aber in Status-Quo-Originalbesetzung mit Basser Alan Lancaster und Schlagzeuger John Coghlan. Geplant sind drei Auftritte im Frühjahr nächsten Jahres. Schade, dass sich die Band nicht mehr so richtig mit den 60ern anfreunden kann – etwas vermisst haben wir „Pictures Of Matchstick Men“ und „Ice In The Sun“ schon ein wenig – aber nur ein wenig. Vielleicht hören wir diese Stücke ja im nächsten Jahr, wenn die Jungs wieder in Originalbesetzung touren.

Waren mehr als „nur“ Support – Uriah-Heep-Gründungsmitglied Mick Box (l.) und Sänger Bernie Shaw bei „Sunrise“.

Seit fast 50 Jahren bei Status Quo an vorderster Front – Rick Parfitt (l.) und Francis Rossi bei „Caroline“. Texte und

Konzertfotos: Lars Andersen

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