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Auch nach 35 Jahren immer noch „alive and kicking“

Simple Minds begeistern im restlos ausverkauften Capitol

Ihre diesjährige „Celebrate“-Tour ist Programm: 1600 Fans feierten vorgestern mit den Simple Minds im rappelvollen Capitol ihre bereits mehr als 35 Jahre andauernde Bandgeschichte mit einem grandiosen Hit-Feuerwerk.

Die einstigen Stadion-Helden mögen es seit Jahren wieder „simple“, insbesondere Frontmann Jim Kerr genießt mit seiner Fangemeinde das „Face To Face“-Feeling. Nach dem Motto „Klein aber fein“ lassen die Schotten in handverlesenen Clubs ihre beeindruckende Musikgeschichte Revue passieren, beweisen, dass man noch lange nicht zur „Altherrenriege des Rock“ gehört.

An vorderster Front steht immer noch die Konstante Jim Kerr und Charlie Burchill, die dem Namen Simple Minds noch immer das Gütesiegel „erstklassig“ aufdrückt. Immer wieder sucht Kerr die Nähe des Publikums, schüttelt Hände und nimmt meist kniend die wohlgemeinten Ovationen der Konzertbesucher entgegen. Mit seinem Gitarristen Burchill demonstriert der 54-Jährige musikalische Einigkeit à la Jagger/Richards, kündigt immer wieder die Soli seines langjährigen Musikgefährten an, der sich meist mit einem verschmitzten Lächeln bedankt.

Jim Kerrs Kniefall vor 1600 begeisterten Fans.

Als Opener „Broken Glass Park“, gefolgt von „Waterfront“ – Stadion-Atmosphäre im Capitol. Kerr hält das Mikro ins Publikum, das lautstark mitsingt und die Arme hochreißt. „Wunderbar“, bedankt sich der gebürtige Glasgower für die gesangliche Unterstützung und lässt wenig später Background-Sängerin Sarah Brown den Titel „Once Upon A Time“ anstimmen. Zusammen mit Schlagzeuger Mel Gaynor, Keyboarder Andy Gillespie und Bassist Ged Grimes verstärkt sie die Simple Minds.

„Holt euch ruhig etwas zu trinken, aber trinkt nicht zu viel, damit ihr morgen noch wisst, was wir heute alles für Songs für euch gespielt haben“, witzelt Kerr, der sich mit dickem Jacket und Schal an diesem Abend scheinbar einer Schwitzkur unterziehen will. Über genug Bühnengarderobe braucht sich der Sänger jedoch keine Gedanken zu machen – im Eingangsbereich des Capitol-Hintereingangs stehen nämlich drei prall gefüllte Schränke mit Bühnenklamotten, die von einer Garderobiere mit Argusaugen bewacht wurden.

Nach einer kurzen Pause geht’s mit dem Instrumental-Stück „Speed Your Love To Me“ in die zweite Halbzeit. Danach performt Sarah Brown, auf einer Stufe sitzend, den Patti-Smith-Song „Dancing Barefoot“. Diesen „Schuh“ zieht sich die charmante Sängerin aber nicht an, sondern stöckelt in ihren High Heels gekonnt über das Bühnenpflaster.

„Someone, Somewhere In Summertime“ erklingt und wird zur ersten Mitsing-Hymne im Capitol. Kerr dirigiert, wirbelt über die Bühne, geht mit seinem Publikum in die Charme-Offensive. Der Frontmann freut sich, dass die Fans seinen Job textsicher und voller Hingabe erledigen – „Danke, Hannover – ihr seid wunderbar“.

Mit weiteren Songs wie „This Is Your Land“ und „Love Song“ rockt man sich zum Showdown, der mit „Don’t you (Forget About Me)“ eingeläutet wird. Dieser Titel, der 1985 zum internationalen Durchbruch führte, hat die Simples eigentlich zunächst nicht sonderlich interessiert. Er stammte aus dem Film „Breakfast Club“ und wurde nur aufgenommen, weil Jim Kerr den Produzenten mehr mochte als das Lied. Das Stück wurde daraufhin umarrangiert – der von der Band eingebrachte „Lalala“-Chorus am Schluss sorgte letztendlich dafür, dass der Song eine gewisse Stadion-Tauglichkeit erreichte und die Simple Minds weltweit an die Chartspitze katapultierte.

Mit „Sanctify Yourself“ geht es in die Verlängerung – der Abpfiff eines grandiosen Konzertabends erfolgt mit „Alive And Kicking“ – mehr Simples geht nicht.




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