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Auch mit 80 ist „noch lange nicht Schluss“

Udo Jürgens begeistert 10 000 Fans in der ausverkauften TUI Arena

„Hallo Hannover, es ist schön, wieder hier zu sein. Ich erinnere mich gern an die Zeit, als ich vor 60 Jahren im GOP aufgetreten bin. Danach folgten viele Konzerte im Kuppelsaal, heute hier in dieser großen Arena – danke, dass sie nach so langer Zeit immer noch zu meinen Konzerten kommen.

Herzliche Worte eines Künstlers, der bereits 1959 mit „Jenny“ seinen ersten Charterfolg feierte. Heute ist der gebürtige Klagenfurter 80 und sein Tribute-Album „Mitten im Leben“ schaffte vor 14 Tagen den Sprung auf Platz 1 der deutschen Charts.

„Manchmal trägt meine Musik mich himmelhoch, manchmal lässt mich ihre Kraft im Stich“, erklärte der „Grandseigneur des deutschen Schlagers“ in einem Interview. Jürgens ist sich der Aussagekraft seiner Texte durchaus bewusst, musste schon oft Schelte einstecken. So drohte ihm unter anderem wegen des kirchenkritischen Textes von „Die Krone der Schöpfung“ eine Klage. „Die hat man aber schnell wieder fallen gelassen“, ergänzte Jürgens – und bekam tosenden Beifall für seine Worte.

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„Hallo Hannover, schön wieder hier zu sein“.

Im ersten Teil seiner Show präsentiert der mehrfache „Bambi“-Preisträger mit Songs wie „Alles aus Liebe“, „Das Leben bist du“, „Der gekaufte Drachen“ oder „Der gläserne Mensch“ Titel, die er nicht als typische Schlager bezeichnet. Es sind Stücke, die auch zum Nachdenken anregen sollen–Lieder für mehr Toleranz, gegen Spießer sowie gegen staatliche Überwachungsmaßnahmen.

Schon lange gilt der 80-Jährige mit seinen teils tiefgründigen Texten als Verfechter aller Werte – und das ist auch gut so. Bestechend die Pepe-Lienhard-Band, die mit den unterschiedlichsten Solisten immer wieder vom Publikum gefeiert wird. Für den Song „Ich will, ich kann – I Can, I Will“ holt sich der Entertainer die New Yorker Soul-Sängerin Dorothea Lorraine auf die Bühne – später brilliert die Moskauer Geigerin Asya Sorshneva bei einigen Titeln.

„Pepe hat mir vorgeschlagen die Nummer „Immer wieder geht die Sonne auf“ doch komplett mit in die Show einzubeziehen und nicht immer nur in ein Medley zu stecken“, erklärt Jürgens und erntet für seinen ersten „Oldie“ Standing Ovations vom Publikum. „Nach der Pause gibt es mehr davon, ich möchte aber jetzt noch nicht mein ganzes Pulver verschießen, denn sie sollen zunächst auch an meiner musikalischen Weiterentwicklung teilhaben“.

Gesagt getan – die zweite Halbzeit wird mit „Hautnah“ eingeläutet – danach beginnt „Der ganz normale Wahnsinn“ eines Udo-Jürgens-Konzerts. „Ein ehrenwertes Haus“, „Griechischer Wein“, „Ich war noch niemals in New York“, „Aber bitte mit Sahne“ – es werden Blumen auf die Bühne gelegt, man schunkelt, tanzt und liegt sich in den Armen – so schön kann Udo Jürgens sein.

Udo Jürgens ohne sein kleines Bademantel-Konzert wäre wie ein Vier-Gänge-Menü ohne Hauptgang – das weiß sein Publikum und holt ihn mit Standing Ovations zurück auf die Bühne. Also, rein in die Kult-Robe und noch einmal raus zu den Fans, die den wohl erfolgreichsten deutschsprachigen Musiker euphorisch abfeiern.

„17 Jahr, blondes Haar“ als Zugabe – und es ist auch bald „Zehn nach elf“. „Merci“ Udo – wir hoffen, „Du wirst es wieder tun“.




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