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Sozialdemokraten folgen nicht der Anregung des Unterbezirkes / Waren die Birken an der Wahlniederlage schuld?

Auch Luhdener SPD-Ortsverein will selbstständig bleiben

Luhden (sig). Nicht alles, was man von höherer Warte aus als wünschenswert ansieht, lässt sich in der Demokratie durchsetzen. Zumindest muss man warten, bis die Zeit reif dafür ist. Diese Erfahrung machen zur Zeit die heimischen Sozialdemokraten. Der Unterbezirk möchte den Zusammenschluss von kleineren Ortsvereinen zu aus seiner Sicht schlagkräftigeren Einheiten forcieren. In der Samtgemeinde Eilsen kommt man damit nicht so recht voran. Jetzt hat nach Heeßen auch Luhden deutlich gemacht, dass hier nicht die Absicht besteht, den eigenen Ortsverein in Frage zu stellen .

Einstimmig sprach sich der Luhdener SPD-Ortsverein für die Lanta

Der erste denkbare Schritt wäre ein Zusammenschluss der beiden benachbarten Parteigliederungen gewesen, zwischen denen die Zusammenarbeit recht gut funktioniert. Bei aller Sympathie füreinander kommt es dazu aber zumindest in nächster Zeit nicht. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung der Heeßer Sozialdemokraten im Clubhaus der örtlichen Tennissparte deutlich. Der scheidende Unterbezirksvorsitzende Heiner Bartling schnitt dieses Thema trotzdem noch einmal an. "Wenn eine bestimmte Größe fehlt, ist Parteileben schwer umzusetzen", vertrat er seinen Standpunkt. Zum Beispiel gebe es in Uchtorf und Exten Überlegungen zum Zusammenschluss, die natürlich in den betreffenden Ortsvereinen sorgfältig besprochen werden müssten. Der Vorsitzende des SPD-Samtgemeindeverbandes, Jürgen Schmökel, hielt sich bei diesem Thema zurück. Er gab jedoch zu bedenken, dass die Altersstruktur der Parteimitglieder Handlungsbedarf aufzeige. Man müsse nachrückende junge Menschen gewinnen, die auch bereit seien, Aufgaben und Ämter zu übernehmen. In Luhden habe die SPD mit Frank Struckmeier und Gerrit Holtmann, die beide dem Vorstand angehören, den richtigen Schritt getan. Michael Sobbe, stellvertretender Vorsitzender der Heeßer Sozialdemokraten, erklärte dazu: "Wir wollen auf unserer Ebene gemeinsam ringen um die Akzeptanz unserer Partei in den kleineren Kommunen." Bei immerhin 46 Prozent der Luhdener Wähler ist das im vergangenen September gelungen. Aber das reichte nicht, um weiterhin die Mehrheit im Gemeinderat zu erhalten und den Bürgermeister zu stellen. Dazu Heiner Hoppe: "In der Politik wird man eben nicht immer für gute Arbeit belohnt. Man kann auch nicht Politik mit Moral in einen Topf werfen." Der Bau der Umgehungsstraße und die umfangreiche Sanierung der Sporthalle seien doch hinreichende Nachweise für einen erfolgreichen Einsatz für die Gemeinde. Hoppe mutmaßte: "Vielleicht haben wir ja nur wegen der Birken verloren, die wir bei der Sporthalle fällen ließen. Wie richtig das war, hat uns der Orkan gezeigt. Wären sie geblieben, wäre das wohl kaum ohne größere Schäden an diesem Gebäude abgegangen." Der Ortsvereinsvorsitzende wunderte sichüber den Wandel bei der CDU in Sachen Gewerbegebiet. In der Vergangenheit habe es darum so manche heftige Diskussion im Gemeinderat gegeben. Jetzt sei dieser Bereich bei der neuen Mehrheit offensichtlich zur Chefsache erklärt worden. Fraktionsvorsitzender Hartmut Büscher sprach davon, dass die SPD in Luhden alle Wahlversprechen erfüllt habe. Zuletzt sei auch noch der Bebauungsplan für die Ortsmitte angeschoben worden. Heiner Bartling kam just aus einer Landtagssitzung, in der es unter anderem um das staatliche Wettmonopol ging. "Wir wollen es erhalten, denn daraus werden der Sport, die Kultur- und Sozialarbeit gefördert, aber die FDP möchte nach Möglichkeit alles privatisieren", berichtete der heimische Abgeordnete. Nicht zufrieden zeigte er sich auch über den kommunalen Finanzausgleich. Daraus flossen früher 160 Millionen an die Kommunen, in den letzten Jahren dann nicht mehr, und jetzt seien es wieder nur 75 Millionen. Die SPD möchte zur vollen Summe zurück. Immerhin erhalte auch der Landkreis Schaumburg derzeit zwei Millionen Euro weniger. Bartling bereitet auch das Ausbluten der Hauptschulen Sorge: "Unter unserer Führung muss es die zwanghafte Trennung der Kinder nach dem vierten Schuljahr nicht mehr geben. Wenn es die Eltern und Schulträger wünschen, sind auch andere Schulformen vorstellbar, wie zum Beispiel die Gesamtschule." Er werde darum kämpfen, dass die Wende gelingt, und wolle das Direktmandat imSchaumburger Wahlkreis gewinnen, versicherte er.



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