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Auch auf dem Fahrrad Geld im Portemonnaie

Wirtschaftsfaktor Radtouristen: Durchschnittlich geben sie 64,50 Euro aus

Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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Hameln. Die Rattenfängerstadt wird von vielen Radtouristen angesteuert und auch zahlreiche Städter nutzen das Fahrrad, um in die Innenstadt zu kommen.

Der BUND hatte bereits eine Aktion geplant, um Hameln fahrradfreundlicher zu gestalten. Bislang wurde diese Aktion allerdings nicht gestartet. „Wir wollen aber am Ball bleiben und Hameln für Radfahrer freundlicher gestalten“, erklärt Ralf Hermes von der BUND- Ortsgruppe Hameln. Man dürfe nicht überall Verbotsschilder – zum Beispiel das Abstellen von Fahrrädern ist verboten – aufstellen, sondern müsse das „Parkverhalten“ der Radler durch gezieltes Aufstellen von Fahrradständern steuern. „Selbstverständlich darf man in der Fußgängerzone nicht mit dem Rad fahren, aber man darf es schieben. Die meisten Radler möchten ihren Drahtesel nicht irgendwo abstellen, sondern es mit vor die Geschäfte nehmen, doch dafür fehlen in Hamelns Innenstadt die Möglichkeiten“, so Hermes. Man müsse ein positives Klima für Radler schaffen und Zeichen setzen. „Und zwar nicht durch Verbots-, sondern durch Hinweisschilder“, betont der BUND-Chef. Dabei müsse auch auf die Wünsche der Hamelner Käufer eingegangen werden und nicht „nur“ auf die Radtouristen.

„Bedeutungsvoll sind die Radtouristen für die Gastronomie in Hameln“, sagte Holger Wellner, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes Hameln-Pyrmont. Sicher würde Hameln wirtschaftlich von den Radfahrern profitieren, aber für den Handel hätten sie eher eine geringe Bedeutung.

„Die Radfahrer kaufen nicht in Hameln ein und klemmen sich die Einkaufstüten auf den Gepäckträger. Allerdings darf man nicht außer Acht lassen, dass die Radfahrer sich in der Stadt umsehen und wenn ihnen Hameln als Einkaufsstadt gefällt, dann kommen sie sicher mit dem Auto und dann eben auch als Kunden zurück“, so Wellner.

Die Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) hat die Radtouristen längst als Wirtschaftsfaktor erkannt. „Beachtlich sind die durchschnittlichen Ausgaben von Radtouristen, nämlich 64,60 Euro pro Kopf und Tag bei Übernachtungsgästen und 16 Euro pro Kopf und Tag bei Tagesgästen“, teilt Harald Wanger, Geschäftsführer der HMT, fest. Damit würden die Ausgaben der Radtouristen zwar etwas unter dem Durchschnitt „sonstiger“ Reisender liegen, aber in der Summe seien das dennoch sehr beachtliche Zahlen. Auch wenn der Großteil sicher an die Hoteliers und Gastronomen fließe, sei auch der Anteil für den Handel nicht zu vernachlässigen.

Der Weserradweg zählt zu den beliebtesten unter Deutschlands Radfernwegen bei den ADFC-Mitgliedern. Rund 17 000 Radler sind pro Jahr auf dieser Strecke unterwegs und kämen dabei auch durch Hameln. „Das sind nur die „Langstrecken-Radler“ – die Tagestouristen kommen noch hinzu“, betont Wanger. Wichtig sei daher, eine gute Infrastruktur für Radler zu schaffen. „Wir müssen dafür sorgen, dass sich die Radler in Hameln zu Hause fühlen“, so Wanger. Hierzu trage auch das Angebot bei, Elektro-Fahrräder mieten zu können.

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