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Wasserqualität des Tropicana wird ständig kontrolliert / Hautarzt: Chlorallergie gibt es nicht

Atomarer Sauerstoff tötet Keime im Wasser ab

Stadthagen (mw). Beim Besuch eines Schwimmbades setzen die Besucher eine gute Qualität des Badewassers voraus. Wie aufwendig dessen Aufbereitung aber ist, dürfte den meisten Badegästen indes nicht bekannt sein. Das Stadthäger Tropicana gibt einen Einblick in die Geheimnisse der Wasserdesinfektion.

"Alle Schwimmbäder in Deutschland müssen gechlort werden", sagt Uwe Schommerloh, einer der Schwimmmeister des Tropicana in Stadthagen. Dabei fordere eine DIN-Vorschrift für Badeanstalten einen Chlorgehalt von drei bis sechs Gramm pro Kubikmeter Badewasser. Um diesen Wert auf Dauer zu halten, müsse man "ständig" nachdosieren, da die Anzahl der Badegäste, die Wassertemperatur und die Sonneneinstrahlung Einfluss auf die Chlorkonzentration haben. Eine ausgereifte Mess- und Regeltechnik sei daher unerlässlich. Laut Schommerloh kommen im Tropicana zwei Aufbereitungsmethoden zum Einsatz, wobei sich die dafür erforderliche Technik in Kellerräumen des Gebäudes befindet: Für das mehr als 1000 Kubikmeter Wasser fassende Hallenbad wird - vereinfacht erklärt - mittels Elektrolyse Chlor aus einer in einem Tank gelagerten Salzlösung gewonnen, indem das Salz (Natriumchlorid) durch Gleichstrom in Chlor und Natronlauge aufgespalten wird, wobei Wasserstoff aus der Flüssigkeit ausgast. Spezielle Dosierpumpen geben die entstandene "Chlorbleichlauge" (Natriumhypochlorit) tröpfchenweise dem Wasserkreislauf der einzelnen Schwimmbecken zu. Hier liegt laut Schommerlohübrigens der Hauptunterschied zu jenen Bädern, deren Becken mit Salzwasser gefüllt sind. Statt wie im Tropicana Chlorbleichlauge dem Badewasser beizumischen erzeuge man das Chlor dort - ebenfalls mittels Elektrolyse - im salzhaltigen Badewasser direkt. Die Wassergüte des Tropicana wird automatisch "im Millisekundentakt" und einmal täglich manuell mit speziellen Reagenzien überprüft, so Schommerloh. Das Chlor dient dazu, "atomaren Sauerstoff (chemisch: O1)" aus dem Wasser "freizumachen", der die eigentliche desinfizierende Wirkung besitzt und Bakterien, Viren sowie Pilze abtötet. Ein unter anderem mit Aktivkohle gefülltes Filtersystem entferne schließlich "unerwünschte Nebenprodukte" sowie freies und (an organischen Stoffen wie etwa Haaren) "gebundenes" Chlor aus dem Wasser. Beim nur im Sommer betriebenen Tropicana Wellenfreibad wird dem Wasser (rund 1300 Kubikmeter) statt Chlorbleichlauge gekauftes Chlorgas zugeführt, das in Stahlflaschen gelagert wird, erläutert der Experte. Durch das Gas wird eine "unterchlorige Säure" im Badewasser gebildet, wobei allerdings Salzsäure als Abfallprodukt entsteht. Um die unerwünschte Salzsäure wieder zu entfernen, filtert man das Wasser mit rund 150 Kilogramm Mamorkies, dessen Kalkanteile die Säure neutralisieren. Auch hier überwacht beziehungsweise steuert eine Mess- und Regeltechnik ständig die Wassergüte. "So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig" sei die Devise beim Chloreinsatz, um stets eine "Top-Wasserqualität" zu haben, sagt Helmut Kirchhöfer, der Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Stadthagen GmbH. Ein externes Labor erstelle zudem regelmäßige Wasseranalysen.




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