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1600 Fans feiern die Söhne Mannheims im restlos ausverkauften Capitol

Atemberaubende Show des Mannheimer Künstlerkollektivs

Der kollektive Glückstaumel hält nach wie vor an – Massenhypnose pur. Auch ohne Zugpferd Xavier Naidoo boten die Söhne Mannheims ein beeindruckendes Konzert im rappel-

vollen Capitol.

„Und wenn ein Lied“ in der Vergangenheit einmal Xavier Naidoos Lippen verließ, – ja, dann stieg der Geräuschpegel der Fans um ein Vielfaches. Naidoo war Motor, Motivator und Antriebskraft der Söhne Mannheims – oder vielmehr - er ist ja noch, denn das überaus medienwirksame Gesicht und sein musikalischer Freund Michael Herberger haben sich nur kurzfristig aus dem größten Künstlerkollektiv Deutschlands ausgeklinkt.

Ob es mehr als nur eine kurze Auszeit ist, wird sich zeigen – zurzeit beweisen die Mannheimer Söhne jedenfalls, dass sie auch ohne „Übersohn“ Xavier und den musikalischen Direktor auskommen.

Kaum einer Band gelingt es, ein solch euphorisches Live-Feeling zu vermitteln wie den Söhnen Mannheims, in deren Texten es überwiegend um Liebe, Hoffnung, Toleranz und eine bessere Welt geht. Für das Überbringen des teilweise kritischen, gefühlvollen und hoffnungsvollen Liederguts waren diesmal aber nur drei Sangesbrüder zuständig: Tino Oac, Henning Wehland und Michael Klimas, für die diese Tournee ohne Zweifel ein Befreiungsschlag bedeutete.

Auf ihrer aktuellen Tournee „Ganz nah dran“ wollte der verbleibende Rest der Söhne Mannheims face to face ihren Fans gegenüberstehen, die Songs dem Publikum hautnah präsentieren.

„Neustart“ heißt der Opener – und viele fragen sich an diesem Abend: Ist hier der Name in Zukunft schon Programm? Wenn schon ohne Xavier, dann aber „Volle Kraft voraus“ auf Schmusekurs mit den Fans. Früher mehr oder weniger zum Backgroundsänger-Dasein verurteilt, sorgen jetzt Henning Wehland, Michael Klimas und Tino Oac für den teilweise kraftvoll, souligen, aber auch rockigen Ton.

Irgendwie wirken die drei Frontleute befreit – jeder kann sich entsprechend einbringen – man befindet sich auf Augenhöhe zu den anderen Kollegen. Insbesondere Tino Oac arbeitt viel mit dem Publikum, fordert es zum Mitklatschen und auch Mitsingen auf.

„Keep Moving On“ und auch „One Love“ sucht man vergeblich auf einem der bis dato preisgekrönten Alben der Formation – aber gerade Songs wie diese bringen Abwechslung in die Show des abgespeckten Kollektivs, das sich von Lied zu Lied mehr und mehr freischwimmt. Immer wieder gibt es Zwischenapplaus, wenn die beiden Rapper Metaphysics und Marlon B. ins musikalische Geschehen eingreifen.

Im Laufe der Show dürfte jedem aufgefallen sein, dass die Musik insgesamt rockiger rüberkommt – die Songauswahl leidet jedoch nicht darunter. Auch die Satzgesänge der drei verbliebenden Stammsänger kommen mit mehr Power – zwar immer noch gefühlvoll, aber weniger weinerlich.

Charakteristisch auch die Zugaben „Das hat die Welt noch nicht gesehen“ und „Gesucht und gefunden“. Gefunden hat sich das sanges- und spielfreudige Dutzend schon vor langer Zeit – dazu gekommen ist eine spürbare Weiterentwicklung – und die ohne Aushängeschild Naidoo.




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