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Von Hanoi nach Saigon: Vietnam bietet faszinierende Naturschauspiele, historische Kultur – und immer ein Lächeln

Asiatische Abenteuer im Land des aufsteigenden Drachens

Es ist 6 Uhr morgens. Die Stille an Bord der Dschunke ist fast spürbar. Allmählich weicht das Dunkel der Nacht der beginnenden Morgendämmerung und ein diffuses Licht taucht die Halong-Bucht in einen Ort voller Mysterien. Während ich den Moment genieße und darauf warte, dass der erste Morgenkaffee aufgebrüht ist, lasse ich die letzten Tage Revue passieren.

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Autor:

Uwe Hinse

Schon als der Flieger in Hanoi landete, war ich sehr gespannt. Meine Müdigkeit, die sich nach 15 Stunden Flug bemerkbar machte, war mit einem Schlag dahin, als ich auf dem Weg vom Flughafen in die Innenstadt den Straßenverkehr erlebte. Ein aus europäischem Blickwinkel geordnetes Verkehrschaos ist nichts im Vergleich zu Hanoi: Mopeds, Mofas und Fahrräder in einer unvorstellbaren Zahl bestimmen das Leben auf den Straßen. Jeder fährt, wo und wie er will, und jeder stellt sich darauf ein. Es grenzt an ein Wunder, wie problemlos der Straßenverkehr läuft. Hier trifft offensichtlich die oberste Devise aller Vietnamesen zu: „Begegne alles und allem mit einem Lächeln, so wirst Du auch ein Lächeln empfangen.“ Eine nette Philosophie, aber es stimmt, denn dieser Eindruck sollte sich im Verlauf der Reise noch vertiefen.

Europäische Ordnung trifft auf Verkehrschaos

Hanoi gilt als eine der schönsten, aber auch aufregendsten Städte Asiens. Bei einer Rikscha-Tour durch das Zentrum scheint es, als wären alle sechs Millionen Menschen auf der Straße. Ständig kreuzen Fußgänger, Fahrradfahrer und Mopeds den Weg. Bauern und Händler bieten im Vorbeifahren ihre Waren an, die sie in Körben über den Schultern transportieren. Für meine auf europäische Ordnung eingestellten Nerven ist diese Fahrt ein erstes asiatisches Abenteuer.

Etwas besonnener geht es beim Besuch im weltberühmten Wasserpuppentheater zu. Die auf einer Wasserbühne aufgeführten Marionettenspiele zeigen Szenen aus dem täglichen Leben, dabei erzählen sie Sagen und Legenden aus vergangenen Zeiten.

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Die Halong-Bucht im aufsteigenden Frühnebel. Fotos: Hinse
  • Die Halong-Bucht im aufsteigenden Frühnebel. Fotos: Hinse

Weiter südlich, im Nationalpark Tom Coc von Ninh Binh, ist eine Bootsfahrt im traditionellen Reisboot durch die Landschaft der „Trockenen Halong“ mit Grotten, Wasserläufen und waldbedeckten Kalksteinformationen ein weiteres Highlight.

Inzwischen bin ich also in der Halong-Bucht. Mit ihren schroffen Kalkfelsen, überwucherten Karstkegeln mit weißen Stränden und klarem Wasser fasziniert sie nicht zuletzt wegen des leichten Dunstes, der die Felsformationen nur schemenhaft erkennen lässt. Was sagt die Sage: Der Halong, ein herabsteigender Drache, soll von den Göttern geschickt worden sein, um die Vietnamesen gegen Feinde aus dem Norden zu verteidigen. Sie verfingen sich im Gewirr der Inseln, als der Drache sie mit mächtigen Schwanzschlägen zurücktrieb.

Alte Tempel, kaiserliche Bauten und Gebäude in französischem Stil der Kolonialzeit bestimmen den Eindruck von Hue, der alten Kaiserstadt. Anmutig spiegelt sich die Stadt in den Wassern des Parfüm-Flusses, an dessen Ufer die Thien Mu Pagode als wichtigstes Wahrzeichen der Stadt steht. Die Zitadelle von Hue mit der verbotenen Stadt ist mein nächstes Ziel. Paläste, Tempel und kaiserliche Grüfte zeugen von einer großen und faszinierenden Vergangenheit.

Über den Wolkenpass erreiche ich Hoi An, seit 1999 Weltkulturerbe der Unesco. Ich bin überrascht, welche Anziehungskraft von Hoi An ausgeht und welchen historischen Wert die Altstadt besitzt. Viele Sehenswürdigkeiten wie die japanische Brücke, die Trieu-Chau-Versammlungshalle der chinesischen Bevölkerung oder die Markthalle mit ihrem turbulenten Treiben bestimmen das Flair.

Bootsfahrt durch das Mekongdelta

Saigon, das letzte Etappenziel, galt einst als das „Paris des Ostens“. Es ist eine brodelnde, wabernde Masse, in der das Verkehrschaos ebenso zum Alltag gehört wie die drückende, feuchte Hitze. Für Besucher Saigons ein unbedingtes Muss sind der Wiedervereinigungspalast und das urbane Zentrum in der Umgebung des berühmten Rex-Hotels, die Kathedrale Notre Dame sowie das alte Postamt.

Ein Naturschauspiel der besonderen Art ist eine Bootsfahrt durch das Mekongdelta. Hier bestimmt ein ausgedehntes Netzwerk aus Tausenden von Kanälen das Leben. Auf dem schwimmenden Markt von Cai Be kann alles erworben werden, was die Einheimischen benötigen. Über Lebensmittel bis hin zu Handwerkzeug und Baumaterial wird hier mit allem gehandelt.

Serivce

Vietnam: Rund 85 Millionen Menschen leben in Vietnam; die Hauptstadt Hanoi hat etwa sechs Millionen Einwohner.

Reisezeit: Das tropische Monsunklima sorgt ganzjährig für warme bis heiße Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit. Am heißesten ist es im Frühjahr bis in den Mai hinein, die beste Reisezeit ist in den trockenen und kühleren Monaten von November bis Februar.

Auskünfte: Vietravel – Staatlicher Tour-Operater Vietnam, 190 Paseur- Street, District 3, Ho Chi Minh City, Vietnam, Tel: 848-38228898

Auf dem Gelände der Thien Mu Pagode in Hue (rechts) und spielende Kinder in Cao Die im Mekong Delta.



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