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Mit den Jobs beim Glashersteller gerät auch die Einsatzbereitschaft der Stützpunktwehr in Gefahr

Ardagh-Entlassungen treffen die Feuerwehr

Bad Münder (hm/jhr). Das Aus für viele Arbeitsplätze bei Ardagh Glass könnte auch die Feuerwehr Bad Münder vor große Probleme stellen: Bis zu zehn Mitglieder der Wehr können von Entlassungen betroffen sein und eventuell schon bald nicht mehr Tag für Tag sofort einsatzbereit sein, um bei Bränden oder Verkehrsunfällen Menschenleben zu retten.

U. Behrendt

Der stellvertretende Ortsbrandmeister Bad Münders, Uwe Behrendt, wies jetzt auf die Entwicklung hin, die die Feuerwehr mit großer Sorge beobachtet. „Ist unsere Wehr in den kommenden Jahren überhaupt noch einsatzfähig?“, fragte er bei der Jahresversammlung. „Bei den von der Entlassung bedrohten Kameraden sind viele dabei, die bei Unfällen oder Bränden in der ersten Reihe stehen, die als erfahrene Zug- oder Gruppenführer dringend gebraucht werden“, weiß auch Stadtbrandmeister Carsten Koch. Bislang habe die Feuerwehr auf die bei Ardagh beschäftigten Mitarbeiter immer zählen können, sie stellten einen Großteil der Einsatzkräfte, wenn tagsüber die Retter angefordert wurden und waren schnell einsatzbereit. Wenn diese Mitarbeiter nicht länger beim Glashersteller beschäftigt wären, vielleicht sogar Arbeitsplätze in anderen Städten annehmen müssten, könnte das bisherige Modell der schnell einsatzbereiten Schwerpunktwehr Bad Münder in Schieflage geraten. Sowohl für Koch als auch für Behrendt stellt sich angesichts der drohenden Entwicklung die grundsätzliche Frage, wie das ehenamtliche Engagement in der Feuerwehr attraktiver gemacht werden kann. Beide sehen die Politik bei dieser Aufgabe in der Verantwortung. „Nur einmal im Jahr bei der Jahresversammlung lobende Worte fallen zu lassen, ist da nicht genug“, sagt Koch. Behrendt lenkt den Blick auf andere Regionen. „In einigen Gemeinden – weit außerhalb unserer Region – gibt es Politiker, die es ernst nehmen mit der Arbeit der Feuerwehr. Dort sind Fonds eingerichtet worden, die die Rente eines jeden Feuerwehrmannes aufbessern. Es gibt aber auch Gemeinden, die den aktiven Feuerwehrmitgliedern Karten zur Nutzung des Freibades überlassen, Prozente bei der Kinderbetreuung gewähren.“ In anderen Städten würde das aktive Engagement in der Feuerwehr gestärkt, indem Einsatzkräften mit Eigenheim die Grundsteuer erlassen werde. „Alles nur Beispiele, aber sie ebnen den Weg zu einer aktiven Wehr“, so Behrendt.

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