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Berufsvorbereitung: Schüler äußern sich

"Arbeitsmarkt wichtiger als Berufsinteressen"

Stadthagen (han). Die CDU-Kreistagsfraktion hat einen Vorstoß unternommen mit der Zielrichtung, die Berufsorientierung an den hiesigen Schulen weiter zu verbessern (wir berichteten). Hintergrund sind Umfragen über Studienabbrecher, berufliche Fehleinschätzungen, Fachkräftemangel und abgebrochene Lehren. Was tun aus Sicht der Schüler Stadthäger Schulenfür die Berufsorientierung?

Der Realschüler Sascha Gransee (13) geht in die achte Klasse der Schule "Am Schlosspark". Ursprünglich wollte er Tischler werden, inzwischen hat er sich jedoch für den Beruf des Metallbauers entschieden. Dass er sich über die eigenen Berufsinteressen und die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts im Klaren ist, verdankt er nach eigenen Worten dem Schulfach "Arbeit und Wirtschaft", das einmal pro Woche unterrichtet wird. Häufig werde in dem Fach mit einer CD-Rom gearbeitet, die mittels zahlreicher Artikel und Videos über die stetig wachsende Anzahl an Berufen und Ausbildungswegen informiert. Gelegentlich würden Fragebögen ausgeteilt, mit denen die Schüler sowohl die eigene Interessen und Stärken als auch die ihrer Mitschüler abfragen. Zur Selbstbeurteilung komme die Fremdeinschätzung des "besten Kum pels". "Der Arbeitsmarkt ist wichtiger als die eigenen Berufsinteressen", beteuern die beiden Schlosspark-Schüler Dennis Voronin (15) und Dennis Kaierleber (14), die wie Gransee sehr zufrieden mit der Berufsvorbereitung ihrer Schule sind. "Was nutzt es, als Schreiner zu arbeiten, wenn die Auftragsbücher leer sind", fragt Kaierleber. Der Realschüler möchte später bei der Bahn arbeiten, entweder als Lokführer oder als "Kaufmann für Logistik". Auch die IGS-Schüler Nenad Todovovic (18) und Jannis Wahlmann (17) wissen von zahlreichen schulischen Maßnahmen zur Berufsvorbereitung zu berichten. Auf Wunsch gebe es Gespräche mit Berufsberatern. "Fast alle meine Freunde, die nach der 10. Klasse abgegangen sind, haben eine Ausbildungsstelle bekommen", kommentiert Wahlmann die Situation der IGS-Schüler mit Realschulabschluss. Während einer dreitägigen Jahrgangsfahrt im November besuchten die Schüler Vorlesungen an der Universität Göttingen. "Ich habe mir Jura angeguckt", sagt Todovovic. Rechtswissenschaften will er trotzdem nicht studieren. Vor allem das mit einem Praktikum und einer Facharbeit verknüpfte "Seminarfach" in der 12. Klasse sei eine große Hilfe für die Berufsorientierung, so Wahlmann. Genaue Berufsvorstellungen hat der IGS-Schüler allerdings noch nicht. "Schließlich gehe ich noch zwei Jahre lang zur Schule." Auch Laura Bollmann (19), die den 13. Jahrgang des Wilhelm-Busch-Gymnasiums (WBG) besucht, berichtetüber Praktika, Berufsberatungen und Studienvorbereitung durch das Seminarfach. In der 12. Klasse sei zudem eine Personalagentur zu Gast gewesen, die den Schülern das Verfassen von Bewerbungsschreiben beigebracht habe. Während des Hochschulinformationstags hätten sich die WBG-Schüler an der Universität Hannover umgeschaut. Bollmann bedauert jedoch, dass sich Gymnasien nach seinem Eindruck weniger um Berufsorientierung bemühten als es an Realschulen der Fall sei.



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