×
43 Betonpfähle sollen das Haus wieder anheben / Sanierung beginnt im Sommer

AOK-Gebäude versinkt im Wesergrund - Bereits 20 Zentimeter Schieflage

Rinteln (wm). Das AOK-Haus an der Bahnhofstraße versinkt langsam im alten, aufgeschwemmten Wesergrund und hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre um 20 Zentimeter geneigt. Das Haus mit der denkmalgeschützten Gründerzeitfassade soll jetzt in einer technisch anspruchsvollen Großaktion gerettet werden.

Im Frühsommer wollen Spezialisten das Haus anheben und mit 43 Betonpfählen, die im Keller in den Untergrund gebohrt werden, wieder gerade stellen. Eine Technik, die übrigens erprobt sei, betonten gestern Regionaldirektor Werner Klein und Servicezentrumsleiter Friedhelm Krückeberg in einem Gespräch:"Wir sind da kein Versuchskaninchen." Dass die Sanierung des Hauses auch ein Bekenntnis zum Standort Rinteln ist, sei eine Nachricht, die auch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz bereits "mit Freude" zur Kenntnis genommen habe. Denn anders als bei allen anderen Krankenkassen, die in Rinteln nur noch kleine Büros unterhalten, ist die AOK mit 40 Arbeitsplätzen präsent. Selbstverständlich wäre die aufwändige Haussanierung eine Gelegenheit gewesen, das Servicezentrum neu zu strukturieren und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter , die nicht direkt im Kundenservice arbeiten, zu verlagern. Doch der Verwaltungsrat habe zugunsten des Standortes Rinteln entschieden, betonte Klein. Selbstverständlich ist es keine Überraschung, dass sich das AOK-Haus in Richtung Weser neigt. Krückeberg: "Das haben schon meine Vorgänger erkannt." So sind in manchen Räumen im Laufe der Jahre Fußböden angeglichen worden. Doch die Lage hat sich in den letzten Jahren dramatisiert, das Haus neigt sich inzwischen um 20 Zentimeter, eine Schieflage, die man schon bemerkt, wenn man aufmerksam durch die Flure im ersten Stock geht. Das hat auch ganz praktische Auswirkungen: Da Mitarbeiter nicht mehr gerade, sondern schief sitzen, können sie Rückenprobleme bekommen. Im Sommer sollen die Arbeiten beginnen, erläuterte Klein, und die AOK werde diese Gelegenheit nutzen, das gesamte Haus einschließlich des Mobiliars, der Heizung und der Beleuchtung zu modernisieren und technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Klein nimmt an, dass die Sanierung etwa ein Jahr dauern wird. Zumindest die Kundenbetreuer sollen während der Bauzeit in andere Büros ganz in der Nähe umgesiedelt werden - wo, so Klein, werde zurzeit geklärt. Rintelns Museumsleiter Dr. Stefan Meyer nimmtübrigens an, dass das Haus 1876 als Logierhaus für Studenten des Rintelner Technikums gebaut worden ist.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt