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Angreifer klingeln an Haustür

Bad Münder. Überfall auf eine junge Familie in der Straße „Über der Hamel“: Am Dienstagabend verschafften sich zwei Männer Zugang zur Wohnung, attackierten dort David Kerkmann (29) und Katharina Licht (26). Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

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Für Kerkmann war es ein Erlebnis wie aus einem schlechten Film: Kurz vor 22 Uhr klingelte es, er öffnete die Wohnungstür und sah sich zwei teilweise maskierten Männern gegenüber, die die Tür aufstießen und sofort auf ihn einschlugen. Als sich Katharina Licht im Obergeschoss der Wohnung bemerkbar machte, stürmte ein Angreifer auf sie zu, warf sie zu Boden und hielt sie fest.

Kerkmann – Kampfsport ist sein Hobby – gelang es, seinen Angreifer abzuwehren und Widerstand zu leisten, woraufhin die beiden Männer aus der Wohnung flohen. Er verfolgte sie, wurde aber vor dem Haus von einem Angreifer mit einem Messer bedroht: Wenn er ihnen weiter folgen würde, würde „etwas Schlimmes passieren“, drohte ein Täter. Unerkannt entkommen lassen wollte der 29-Jährige die Männer jedoch nicht – er zog Mülltonnen auf die Straße, errichtete so eine Barriere, die die Angreifer mit ihrem Fahrzeug, einem dunklen Audi mit SHG-Kennzeichen, durchbrachen. Die von Katharina Licht alarmierten Polizisten sahen das Fahrzeug bei der Anfahrt zur Einsatzstelle, eine spätere Fahndung blieb jedoch erfolglos. Die jungen Eltern – ihre Tochter befand sich während des Angriffs im Kinderzimmer – wurden verletzt, mussten sich noch in der Nacht im Krankenhaus behandeln lassen.

„Wir ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch“, erklärte gestern Jürgen Keller, Leiter des münderschen Kriminalermittlungsdienstes. Nach Hinweisen Kerkmanns hat die Polizei einen Teil ihrer Ermittlungen zunächst auf einen Personenkreis aus dem früheren Umfeld des 29-Jährigen konzentriert. In der Vergangenheit hatte es mehrfach gerichtliche Auseinandersetzungen um das Sorgerecht für ein Kind aus einer früheren Beziehung Kerkmanns gegeben. Er engagiert sich sogar in einem Verein, der sich gegen die Benachteiligungen von Vätern im deutschen Familienrecht einsetzt. Seine Vermutung: Der Angriff auf ihn und seine neue Lebensgefährtin könnte als Warnung aus dem Bekanntenkreis seiner ehemaligen Partnerin gemeint sein, sich nicht weiter um ein Sorgerecht zu bemühen. „Du weißt schon, warum wir hier sind“, habe ihm ein Täter zugerufen, als er auf ihn einschlug.jhr

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