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Andrang wie beim Hamburger Fischmarkt

Bad Münder. Ein wenig St.-Pauli-Fischmarkt-Atmosphäre machte sich breit beim Abfischen des Feuerteichs. Münderaner und auch Interessierte aus dem gesamten Kreisgebiet waren mit allen möglichen Gefäßen angerückt, um sich einen Anteil vom Überbesatz besonders an Goldfischen für den eigenen Gartenteich zu sichern. Die Stadt hatte die Aktion mit Unterstützung des Sportfischervereins Hameln angekündigt, um ein großes Fischsterben beim Wintereinbruch zu verhindern.

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Schon früh am Morgen hatten die ausgebildeten Elektrofischer Maik Schwarz, Peter Murrach, Bernd Tiedke und Jobst Abraham sowie Gewässerwart Stefan Rüter begonnen, den teilweise abgesenkten Feuerteich mit Einsatz von drei Elektrofanggeräten systematisch abzufischen. Als Helfer mit Seilen, Eimern und großen Kübeln standen ihnen Oliver Menzel, Horst Mägde und Andreas Luban vom Sportfischerverein Hameln zur Seite. Am späten Nachmittag waren alle Gefäße gefüllt, die Leute hatten ihre Goldfische gratis in Empfang genommen, und die Fischer gönnten sich eine Erholungspause von ihrem anstrengenden Job.

Rüter und seine Helfer setzten die in den Kübeln übrig gebliebenen Fische anschließend im Kurparksee wieder aus. Zehn Stunden hatten die Spezialisten für die Verbesserung der natürlichen Lebensgemeinschaften im Feuerteich gearbeitet, bevor sie ihre Gerätschaften zum Vereinsheim Tündersche Warte zurückbrachten. Mehr als 1500 Fische der Arten Rotfeder, Goldorfe, Schleierschwanz, Bitterling und Karausche waren nach Einschätzung von Rüter jetzt in die Kescher gegangen. Es handele sich hierbei durchweg um Fische aus der großen Familie der Karpfenartigen.

Nach nunmehr dreieinhalb Jahren seit der letzten Befischung hatte es Dirk Hitzemann vom Stadtbauamt angesichts des sich mittlerweile wieder stark aufgebauten Fischbestandes für dringend notwendig gehalten, einem erneuten winterlichen Fischsterben vorzubeugen.

Gewässerwart Rüter erklärt das Phänomen so: „Vermehrtes Algenwachstum entsteht besonders in flachen Gewässern auch aufgrund von Überdüngung durch Brot und andere Teigwaren.“ Als weiteres Ergebnis der Fütterungsunsitte würden viele Stockenten angelockt, die mit ihrem Kot das Wasser ebenfalls belasteten. Besonders beim zugefrorenen Teich werde der Sauerstoffgehalt knapp und führe, wie im Winter 2009 geschehen, zum Verenden der Fische. Ungünstig sei auch die starke Schlammbildung durch absterbende Pflanzen. „Am Ende kippt der Teich um“, so Rüter, „das heißt, die Sauerstoffzehrung ist größer als der Sauerstoffeintrag, und es kommt zum Fischsterben“.gho

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