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Asthma-Gefahren beim Babyschwimmen? Einschätzung des Umweltamtes wird nicht geteilt

Anbieter reagieren gelassen auf Warnung

Bad Münder (jhr). In wohlig warmem Wasser planschen, die Muskulatur stärken, die Motorik und den Gleichgewichtssinn verbessern und ganz nebenbei mit Mama, Papa und vielen anderen Kindern im Wasser Spaß haben. Das ist es, was viele Familien bewegt, mit ihren Kindern zum Babyschwimmen zu gehen. Doch jetzt verunsichert eine Mitteilung des Bundesumweltamtes viele junge Mütter und Väter. Der DRK-Kreisverband, Anbieter von Babyschwimmkursen in Bad Münder, reagiert allerdings gelassen auf die Warnungen.

Mit den Kleinsten zum Planschen ins Schwimmbad, das bringt dem Nachwuchs und den Eltern gleichermaßen Spaß. Foto: st

Anfang der Woche hatte das Bundesumweltamt davon abgeraten, Babys unter zwei Jahren, in deren Familien gehäuft Allergien auftreten, mit in Schwimmbäder zu nehmen. Das in der Hallenluft enthaltenes Trichloramin könne womöglich Asthma auslösen. Trichloramin entsteht, wenn Chlor im Beckenwasser mit Harnstoff in Kontakt kommt, den Badende durch Urin, Schweiß, Kosmetika oder Hautschuppen ins Wasser bringen. Die Substanz verursacht den für Schwimmbäder typischen Chlorgeruch. Babys und Kleinkinder, deren Eltern oder Geschwister bereits unter Asthma, Heuschnupfen oder Dermatitis leiden, sollten Hallenbäder daher meiden, so die Empfehlung.

Für Regina Seifert, beim DRK-Kreisverband für die Babyschwimmkurse zuständig, ist die Warnung des Amtes unverständlich. „Seit 15 Jahren bieten wir inzwischen Babyschwimmkurse an, doch bislang haben sich keine Eltern gemeldet, die anschließend Probleme hatten“, sagt sie. Grundsätzlich werde aber darauf hingewiesen, dass bei bestimmten Vorbelastungen bei Kindern, beispielsweise bei Neurodermitis, vom Babyschwimmen im gechlorten Wasser Abstand genommen werden sollte. In Bad Münder finden die Kurse im Therapiebecken der Reha-Klinik statt, nicht in einem öffentlichen Hallenbad. „Außerdem empfehlen wir, mit dem Babyschwimmen nicht vor dem dritten Lebensmonat zu beginnen, damit eine Grundimmunisierung der Kinder gegeben ist“, sagt sie. Als idealen Zeitpunkt für den Beginn des Babyschwimmens sieht sie das Alter von fünf oder sechs Monaten – dann würden viele Kinder mit dem Krabbeln beginnen. Die Bewegung im Wasser fördere die Beweglichkeit, ohne dass Arme und Beine das Gewicht des Körpers tragen müssten.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hält die generelle Warnung vor Schwimmbadbesuchen mit kleinen Kindern für unangebrachte Panikmache. „Bewegungsspiele im Wasser mit Kindern im ersten Lebensjahr gibt es seit den 70er Jahren, sichere Anhaltspunkte für eine Zunahme von Atemwegserkrankungen oder gar Asthma haben Kinder- und Jugendärzte in den vergangenen 40 Jahren nicht beobachtet, wenn Grundregeln der Hygiene eingehalten werden,“ so BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann.

Der nächste Kurs in Bad Münder startet im Februar. Weitere Informationen und Anmeldung unter 05151/

4012-11.



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