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Analyse und Konzept zum Solebad-Standort im Rat vorgestellt

BAD MÜNDER. Drei Szenarien, die Bad Münder in der Frage eines Solebad-Ersatzes in die Zukunft führen könnten – im Rat wurden sie am Donnerstagabend erstmals öffentlich vorgestellt. Die Stadt hatte eine Hamburger Beratungsfirma mit der Analyse der Möglichkeiten und Realisierungschancen beauftragt.

Berater Paul Oppermann stellt vor dem Rat Varianten und mögliche Standorte eines Solebad-Neubaus vor. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Die zentrale Botschaft, die Paul Oppermann, Geschäftsführer der Hamburger Beratungsfirma Profund Consult, zum Ende seiner halbstündigen Präsentation für den Rat hatte: „Sie müssen sich nicht entscheiden. Eine Entscheidung wird Ihnen wahrscheinlich der Markt vorgeben“, erklärte er. Seine Empfehlung: „Es ist sinnvoll, sich mit allen drei Varianten weiter zu beschäftigen.“

Die einzelnen Varianten hatte er zuvor umfassend vorgestellt und dabei auch die Zielvorgaben des münderschen Arbeitskreises Solebad erläutert. Darunter: Die nachhaltige Sicherung eines zentralen Elements für den Gesundheitsstandort Bad Münder. Der Erhalt des Therapieangebotes, die Sicherung des Prädikats Heilbad und die Verbindung von Tourismus und Gesundheitsprävention. Und letztlich: Das Bad soll rentabel sein und nicht defizitär geführt werden. Gerade bei diesem letzten Punkt musste Oppermann dem Rat den Wind aus den Segeln nehmen: „Ein kommunales Bad, das nicht defizitär geführt wird, gibt es in Deutschland nicht.“ Bei einigen wenigen privaten Bädern funktioniere das, aber unter Vollkostenbetrachtung sei jedes kommunale Bad defizitär. „Wenn man sich den Luxus gönnen will, geht das immer mit Defiziten einher“, so der Hamburger.

Das mögliche Einzugsgebiet wurde genau untersucht und in der Unterscheidung mit 15, 30 und 45 Minuten Anfahrtzeit analysiert, letztere umfasst auch Hannover. „Will man den Hannoveraner nach Bad Münder locken, muss es schon ein ganz besonderes Angebot sein“, stellte Oppermann heraus. Er ging auf die Zielgruppenanalyse ein, auf das um Bad Münder herum „extrem ausgeprägte Wettbewerbsumfeld“ mit Thermen in Bad Nenndorf, Bad Pyrmont und Salzhemmendorf.

Seine Empfehlung für das weitere Vorgehen: Für die kleine Variante müsste die Stadt Gespräche mit Entwicklern von Gesundheits- und Rehaeinrichtungen führen, bei der mittleren Variante eine Frage politisch beantworten: „Kann es sich die Stadt leisten, ein Bad zu bauen?“. Für die große Lösung schlägt er ein Markterkundungsverfahren vor.

Die Politik will nun das Konzept beraten. „Ich hoffe, dass es uns gelingt, den Gordischen Knoten der Finanzierung zu durchschlagen“, erklärte Uwe Nötzel für die Mehrheitsgruppe. ProBürger-Chef Helmuth Mönkeberg begrüßte, dass sich die Politik parteiübergreifend auf den Weg gemacht habe. Der Bürgermeister erwartet zu dem Thema eine politische, aber auch eine große öffentliche Diskussion. „Wir brauchen das Bekenntnis von vielen Menschen“, so Hartmut Büttner. Er wünsche sich eine Einwohnerversammlung im ersten Quartal 2019.



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