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Familie kauft Auto /49 038 Euro gespendet

Am Ziel: Nun ist Michelle mobil

Lüdersfeld. Es ist geschafft. Die 19-jährige, an den Rollstuhl gefesselte Michelle Myska aus Lüdersfeld wird demnächst ihre lang ersehnten Ausflüge mit der Familie machen und zu Therapien fahren können. Denn durch Spenden aus allen Teilen Schaumburgs ist es gelungen, ein Auto anzuschaffen. Zurzeit wird es noch speziell für Michelles Bedürfnisse umgebaut.

„Ich habe mit dieser Resonanz nicht gerechnet. Ich dachte, das ist ein Traum“, sagt Michelles Vater, Maik Myska, zu dem stolzen Betrag, der sich durch etliche Spender auf dem Treuhandkonto der Probsthäger Kirchengemeinde angesammelt hat, und das in etwas mehr als einem halben Jahr. Auch Pastorin Anne Riemenschneider, die das Konto verwaltet, ist stark beeindruckt. „49 038 sind zusammengekommen“, kann sie verkünden, „ist das nicht toll?“ Und das Auto sei auch schon gekauft.

Maik Myska hat einen gebrauchten VW-T5 Multivan gefunden, der 33 000 Euro gekostet hat. 13 000 Euro fallen jetzt noch für den Umbau des Autos an. Dieser dauere ungefähr zwei Wochen, wie Michelles Vater berichtet. Und dann kann die ganze Familie zu ihren Zielen aufbrechen. Die von Michelle liegen in bescheidenem Rahmen. Ins Kino würde der Teenager unheimlich gern mal wieder, sagen ihre Eltern, und später dann mal zum Weihnachtsmarkt. Auf solche eigentlich alltäglichen Vergnügungen musste Michelle lange verzichten, seit sie mit 16 Jahren durch ein Virus urplötzlich zur Bewegungslosigkeit verdammt war.

Maik Myska ist sehr beeindruckt von der großen Spendenbereitschaft der Schaumburger. Vereine, Organisationen und viele Privatpersonen haben Benefiz-Feste veranstaltet und gesammelt. Noch immer kommen Beträge, wie Riemenschneider registriert. „Wir machen keine Spendenaufrufe mehr“, sagt sie für die Kirchengemeinde. Mit dem Überschuss und den Beträgen, die jetzt noch auf dem Konto eingehen, werden Versicherungen oder Dieselgutscheine bezahlt.

Die Myskas haben viel Zeit investiert, um das richtige Auto zu finden. Wie Michelles Vater sagt, benötige es variable Schienensysteme, damit auch Platz für das Pflegepersonal ist und auch das Beatmungsgerät für die 19-Jährige muss untergebracht werden. Er habe sogar einen Wagen gefunden, der an Fahrer- und Beifahrerseite eine Schiebetür habe. Auf ein neues Auto zu hoffen, wäre laut Maik Myska wahrscheinlich „utopisch gewesen“ und außerdem „möchten die Leute ja auch irgendwann ein Ergebnis sehen“, sagt er. Und das werden sie spätestens bei der Schlüsselübergabe zusammen mit der Kirchengemeinde. bab




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