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Tagsüber wissenschaftliches Arbeiten, abends Kultur mit Kabarett und Film

Am studentischen Leben schnuppern - Freizeitgestaltung inklusive

Rinteln (cok). Die wissenschaftlichen Seminare, die für die jungen Teilnehmer der Sommeruniversität angeboten werden, sind ganz schöne Brocken und dauern fast den ganzen Tag von 9 Uhr vormittags bis 16 Uhr am Nachmittag. Wer dann noch Energie für etwas anderes als einen Kneipenbummel übrig hat, kann Sport treiben, an Exkursionen teilnehmen oder sich in kreativen Workshops engagieren. Abends steht dann das Kulturprogramm an.

Kati Rausch: Erster Kuss mit Zahnspange. Foto: tol

Am Montag war es die Bremer Kabarettistin Kati Rausch, die im Foyer der Volkshochschule als frech-naive Göre auftrat und eine ganze Palette zickiger Teenie-Allüren präsentierte, dabei zunächst gekleidet in eine orange-melierte Stretchhose, um den Kopf ein neckisches Tüchlein gebunden und in der Hand ihr Handy, mit dem sie ihren Freund terrorisiert, der quer durch Deutschland kurvt, um ihr die rosanen Hausschuhe hinterher zu bringen und dankbar zu sein hat, wenn er nicht noch Ärger für eine fünfminütige Verspätung einstreichen will. In ihrer Mischung aus kleinem Mädchen und überdreht- sinnlicher Frau, erfand Kati Rausch allerlei absurde Szenerien, die dennoch gut verbunden waren mit so mancher peinlichen Situationen, die man überstehen muss auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Die krasseste Geschichte war wohl die Sache mit der Zahnspange, welche ein romantisches Date gründlich verdirbt, weil beim wunderschön inszenierten ersten Kuss mit dem neuen Lover dessen Zunge unrettbar in den Widerhaken hängen bleibt. "Habt ihr schon mal versucht, eure Klamotten wieder anzuziehen, wenn ein zweiter Kopf dabei im Weg ist?" Die Alternative zu Kati Rausch oder auch dem Film "Das Mädchen mit dem Perlohrring", der mit Unterstützung des Kulturringes kostenlos im Kinocenter gezeigt wurde, bot Museumsleiter Dr. Stefan Meyer eine Stadtführung durch Rinteln mit Kirchturmbesteigung an. Ganze zwei Teilnehmer fanden sich für diesen Spaziergang durch den abendlichen Sprühregen - zwei junge Frauen, die eine aus Rodenberg, die andere aus Syke bei Bremen. Beide waren ausgesprochen gut gelaunt über diese exklusive Führung mit einem Experten, der sich wohlgemut auf seine beiden Begleiterinnen einließ und neben dem informativen Teil auch jede Menge Anekdoten zu erzählen wusste. Überhaupt: Wer sich unter den "Studenten" umhört, trifft auf lauter gute Rückmeldungen. Das Essen schmeckt, das Übernachten im etwas euphemistisch "Campus-Hotel" genannten Matratzenlager in der Hildburg-Realschule ist lustig, und auch die erweiterten Duschräume der Sporthalle können durchaus zufrieden stellen. Vor allem aber sind es die Seminare und Vorlesungen, die mit ihrem hohen Niveau oft eine richtige Herausforderung darstellen. So soll es auch sein. Schließlich ist es das Ziel der Sommeruniversität, dass sich die Teilnehmer darüber klar werden, ob das angepeilte Studium wirklich gut und richtig für sie ist.



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