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Ehepaar Apfelbaum hilft seit 24 Jahren dem SOS Kinderdorf Mombasa

Am Anfang war ein Urlaub

Bad Nenndorf (tes). Viele haben ein Patenkind in der Dritten Welt. Ein ganzes Patendorf ist hingegen selten. Das Ehepaar Apfelbaum unterstützt das SOS Kinderdorf Mombasa seit 24 Jahren. Ihr Hofflohmarkt hat sich zum gemeinsamen Anliegen von Helfern aus Nachbarschaft und andernorts entwickelt. Eine Resonanz, die sie nie erwartet hätte, sagt Ursula Apfelbaum zum Ende der Saison: "Alle sammeln hier, das glaubt man nicht."

Begonnen hat alles mit einem Urlaub im Jahr 1984. Als Ursula Apfelbaum mit einer Freundin durch Kenia reiste und morgens die Hotelzimmertür öffnete, lag davor ein kleines Baby. Die beiden Deutschen brachten die kleine "Mary" daraufhin ins SOS Kinderdorf in Mombasa. Es sollte ein Besuch mit weitreichenden Folgen sein. Die Bad Nenndorferin lernte dort den Spandauer Udo kennen und lieben. Dieser war Ende der siebziger Jahre erstmals als Hochseefischer nach Kenia gereist. "Ich wollte den Black Marlin fangen", berichtet Apfelbaum. Angesichts der Kinderarmut habe er sich schnell anders besonnen: "Statt zu fischen gebe ich das Geld lieber für das Kinderdorf aus." Später wurden die Frischvermählten ihrerseits vom kleinen John adoptiert. 20 Jahre später trägt dessen Tochter gemäß afrikanischer Tradition den Namen der Oma - in dem Fall eben "Uschi-Tina." Der Hofflohmarkt hat weite Kreise gezogen. Der Weg vom Kunden zum Helfer ist kurz: Das trifft auf Ursula Haupt und Heidi Schneevoigt ebenso zu wie auf die Unterstützer aus Nenndorf, Minden, Hameln und Wunstorf. Ein Ferienhaus steht kostenlos als Lager zur Verfügung. Die Garagen am Wohnhaus in der Bahnhofstraße stehen voll. Eine Grundschule in Magdeburg ist ebenfalls beteiligt. Fünf Säcke mit Spielzeug und Kleidung hat Mitarbeiterin Gaby Viehöfer mitgebracht: "Die Schüler haben eifrig mitgesammelt." Käufer jeden Alters tummeln sich um die Verkaufsregale mit Geschirr, Kleidung, Spielzeug und Technik. Sogar ein Brautkleid ist dabei. "Für einen Euro kriegen wir ein Kind satt", erklärt Apfelbaum, warum alles nur einen Euro kostet. Der Andrang war schon so groß, dass eine Frau ihren gekauften Stuhl auf dem Rücken geschnallt nach Hause getragen habe, berichtet Oma Uschi. Die ganze Nachbarschaft arbeitet mit: "Den Kuchen stiften die Saunadamen aus der Landgrafentherme." Bis zu 2000 Kilo Hilfsgüter nehmen die Apfelbaums pro Flug mit. Darunter auch Brillen und Medikamente, gestiftet von hiesigen Ärzten. LTU und Condor übernahmen den Transport kostenlos. Dieses Konzept steht vor dem Aus. Udo Apfelbaum: "Die kenianische Regierung will jetzt Zoll erheben für die Hilfsgüter." Zuletzt wardas Paar im Januar zwei Wochen in Kenia. "Wir sind Paten für das ganze Dorf", so Udo. 118 Kinder bis 14 Jahren leben dort in 13 Familien. Start in die Saison 2009 ist am 18. April. Informationen gibt es unter der Telefonnummer (05723) 91 66 94 oder im Internet unter der Adresse www.mombasa-kinderhilfe.shg24.com .




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