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Die einstige Renommieradresse Nr. 1 steht nach mehreren Insolvenzen zur Versteigerung an

"Altes Forsthaus" kommt unter den Hammer

Bückeburg (rc). Bückeburgs einstige Renommieradresse Nummer 1 steht vo r der Versteigerung. Wer das "Alte Forsthaus" ersteigern will, sollte Anfang Juni in das Amtsgericht ko mmen und viel Bargeld oder einen beglaubigten Scheck in der Tasche haben. Der Verkehrswert für das Hotel-Restaurant ist auf insgesamt 590 000 Euro festgesetzt: 340 000 Euro für den Hotelbereich samt Konferenz- und Tagungsräumen, 250 000 Euro für den unter Denkmalschutz stehenden Restaurantbereich. Seine Ursprünge sind auf das Jahr 1779 zurückzuführen.

Mit der Versteigerung -übrigens nicht die erste - wird ein weiteres Kapitel der an Pleiten und Insolvenzen reichen Geschichte des Hauses aufgeschlagen. Bereits Anfang der 1990er Jahre stand das Haus zur Versteigerung und wurde von dem Unternehmer Günther Wuttke erworben, der das Haus wieder auf Vordermann brachte und zu altem Glanz zurückführte. Nach seinem Tod verkaufte sein Sohn Christopher das Haus Anfang 1999 an eine Gastronomen-Familie aus dem Rheinland. Das Familienoberhaupt und mehrere Sprösslinge dieser Familie sowie eine Nachfolgegesellschaft eines weiteren Investors führten das Haus dann über die folgenden sieben Jahre in mehrere Insolvenzen. Seit Februar 2006 ist das Haus geschlossen. Ein Versuch mit einem neuen Pächter Anfang Januar 2007 scheiterte bereits im Vorfeld. Wegen einer "ellenlangen Mängelliste" trat er noch vor der Eröffnung von seinem Pachtvertrag zurück. Wegen dieser Mängelliste und daraus folgenden notwendigen Investitionen in den "Riesenkasten", der Vorgeschichte und dem Denkmalschutz bezweifeln Beobachter, dass sich bereits beim ersten Versteigerungstermin ein Bieter findet, der bereit ist, mindestens 70 Prozent des Verkehrswertes auf den Tisch des Amtsgerichts zu legen. Interessant ist allerdings, dass sowohl auf Hotel als auch Restaurant getrennte Gebote abgegeben werden können, wie das Amtsgericht auf Anfrage mitteilte. Das Hotel zu ersteigern und den Denkmal geschützten Restaurantbereich mit seinem erheblichen Auflagen außen vor zu lassen - darin wird ein mögliches Modell für eine Zukunft des Hotelbetriebs gesehen. Insgesamt stehen Grundstücke mit einer Fläche von 5500 Quadratmetern und Gebäude mit einer Bruttogrundfläche von 4150 Quadratmetern zur Versteigerung. Das ehemalige Forsthaus wurde in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach umgebaut und erweitert. 1972 erhielt es eine Kegelbahn, 1985 wurde es teilweise saniert. Das einstige Vier-Sterne-Hotel verfügt über 39 Zimmer mit insgesamt 62 Betten. Restaurant, Schänke und Säle bieten Platz für 330 Gäste. Hinzu kommt die Waldterrasse, die Platz für weitere 150 Gäste bietet. Das Hotel wurde erst 1965 angebaut und 1987 um Konferenzräume erweitert. Versteigerungstermin ist am Dienstag, 3. Juni, um 10.30 Uhr im Saal 3033 des Amtsgerichts.




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