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Als Springe noch eine Lange Straße hatte

ALVESRODE/ELDAGSEN/SPRINGE. Es war eine schöne Kindheit zwischen Wald, Wildnis und Volleyball, die Thomas Hennig (54) in Springe und seinen Ortsteilen verlebt hat.

Thomas Hennig
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Und vielleicht hat er sich hier auch ein bisschen verliebt, in die Arbeit als Wildpark-Chef, die der gelernte Forstwirt von seinem Vater, Joachim Hennig, übernommen hat.

„Ich war acht Jahre alt, als mein Vater die Stelle gekriegt hat“, sagt Hennig. Damals lebten die Hennigs noch im Forsthaus Mühlenbrink, der Job als Wisentgehege-Chef seines Vaters war noch mit dem Beruf des Försters verbunden, beide wurden erst später getrennt. Zur Schule ging Hennig aber damals in Springe – und auch sonst hatte er mehr Bezugspunkte nach Springe, als nach Eldagsen. Unter anderem spielte er in Springe regelmäßig Volleyball – der Sport begeistert ihn bis heute. Auch ist er in Springe zur Schule gegangen – heute erinnert er sich noch mit ein wenig Wehmut an die vielen Möglichkeiten, die Springe damals bot. „Als ich ein Kind war, hatte Springe noch ein Kino, jetzt muss man nach Hameln oder Hannover“, sagt Hennig. Und bilanziert, dass sich die Stadt durch Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahr 1974 ganz schön verändert habe. Etwa im Bezug auf die Straßen-Namen: Als Eldagsen noch eigenständig war, gab es auch in Springe eine Lange Straße: „Die erstreckte sich vom Bereich Oberntor bis zum Niederntor.“ Und weil die Verwaltungseinheit Stadt Springe nicht zwei Straßen mit dem Namen Lange Straße haben konnte – das hätte wohl nicht nur bei der Briefzustellung für Chaos gesorgt – wurde die Lange Straße in Springe umbenannt. Aber mit dem Namen änderte sich auch mehr an Springe Einkaufsadresse, sagt Hennig: „In der gesamten Fußgängerzone hat sich natürlich viel verändert.“

In der Hinsicht wünschte sich Hennig, dass sich die Stadt die alte Fußgängerzone zum Vorbild nähme – und die Parkplätze am Niederntor und am Oberntor entfernen würde. Hennig: „Ich glaube, Springe hätte mehr davon, wenn da Bistro-Stühle ständen.“

Als Jugendlicher hat sich Hennig während der Schulferien häufig Geld im Wisentgehege dazu verdient: Hecken geschnitten, Bäumchen gepflanzt oder Zäune repariert. „Vieles wurde während der Zeit meines Vaters erneuert, da hatte ich richtig Bock drauf“, sagt der Wisentgehege-Chef. Wenn Hennig heute mit seinem Dienstrad durch den Wildpark radelt, muss er häufig daran denken, wie sich die Anlagen im Laufe der Zeit verändert haben. „Den alten Wisentschuppen gab es damals schon – aber da, wo heute die Freiflugvoliere ist, war damals eine Wisentanlage.“ Und wo heute die Wildkatzen auf Bäume klettern und sich an deren Rinde die Krallen schärfen, da war damals die Eulenanlage. Zeiten ändern sich, und das ist gut so, sagt Hennig.

„Das erinnert mich daran, dass es wichtig ist, dass wir im Wisentgehege immer am Ball bleiben.“

Mit Erfolg, wie er meint: Die öffentliche Wahrnehmung des Wildgeheges habe sich in Springe positiv entwickelt. „Früher sagt man: ‚Ach, die paar Ochsen da‘, heute wissen die Springer, dass sie mit dem Wisentgehege etwas ganz Besonderes haben.“



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