weather-image

„Alles wieder offen“

Hachmühlen. „Das Rennen ist wieder offen nach diesem Termin“ – die Mitglieder des Fördervereins Hachmühlen-Brullsen strahlen Optimismus aus, seit sie weiten Teilen des Stadtrates ihre Stellungnahme zum Gutachten des Stadtplaners Peter Flaspöhler präsentiert haben. Flaspöhler war von der Stadt beauftragt worden, eine „fachliche Empfehlung“ zur Schließung eines Grundschulstandortes zu erarbeiten. Auf seine Untersuchung, die Flegessen als gemeinsamen zukünftigen Grundschulstandort sieht, war in Hachmühlen mit Wut und Enttäuschung reagiert worden.

270_008_6318508_lkbm_106_1904_schule_Hachmuehlen_17_20_4.jpg

Die Hachmühlener Arbeitsgruppe „Schulstandort“ zog sich jedoch nicht in den Schmollwinkel zurück, sie nahm sich die Untersuchung genau vor – und entdeckte in der Darstellung nicht nur Schwächen, sondern auch Fehleinschätzungen. Und auf dieser Basis entwickelte sie ein Papier, das jetzt in einer geschlossenen Veranstaltung Politik und Verwaltung vorgestellt wurde. „Bewusst ohne Beteiligung der Öffentlichkeit, weil wir die Politik informieren, nicht auf die Bühne schicken wollten“, sagt Bernhard Weinrich, diplomierter Wirtschaftsingenieur und Leiter des Controllings eines großen hannoverschen Unternehmens. Unter seiner Regie analysierte eine Arbeitsgruppe die Bereiche Kosten und Gebäudegutachten, Grundschul-Fördervereinsvorsitzende Afra Gewand lenkte den Fokus auf die Bereiche Nachmittagsbetreuung und Integration. Beide berichten von einer sachlichen, von Interesse geprägten Gesprächsatmosphäre. Im Kern kommt die Arbeitsgruppe zu dem Schluss, dass das Bewertungsverfahren stärker differenzieren sollte als von Flaspöhler angesetzt. Weinrich: „Die vorgenommene Schwarz-Weiß-Bewertung ist zu undifferenziert, geradezu ungerecht. Wer in einer Kategorie nur einen leichten Vorteil hat, bekommt trotzdem die volle Punktzahl des Bereiches.“ Er weiß um die Bedeutung einer nachvollziehbaren Entscheidungsgrundlage. „Bei schwierigen Entscheidungen ist es ganz wichtig für die, die Einschnitte akzeptieren müssen, dass sie das Gefühl haben, dass alles fair abläuft.“

Gerade dieses Gefühl habe sich in Hachmühlen nach der Flaspöhler-Vorstellung aber nicht eingestellt, weiß auch Gewand. Sie vermisst nach wie vor die Berücksichtigung sozialer Faktoren. Angekündigt war eine „Phase 2“, in der mit den Betroffenen vor Ort gesprochen werden sollte, doch von dieser Phase sei nach der Vorstellung Flaspöhlers keine Rede mehr gewesen. Einfließen müsse in diesen Bereich aber der Umstand, dass Hachmühlen bereits über eine Nachmittagsbetreuung verfüge, die eben nicht eins zu eins nach Flegessen verlegt werden könne, die bereits heute einem Ganztagsangebot nahezu gleichkomme und letztlich auch für den Titel „Familienfreundliche Stadt Bad Münder“ ein wesentlicher Faktor sei.

Weitere Aspekte, die die Arbeitsgruppe aufbereitet hatte: Das Kostenziel der Stadt, durch die Schließung eines Schulstandortes möglichst viel Geld einzusparen, sei mit Erhalt des Standortes Hachmühlen besser umsetzbar. Der Gebäudezustand sei in Flegessen besser modernisiert, aber in Hachmühlen durchaus „in Ordnung“. Und bei einer Führung durch die Schule stellte die Arbeitsgruppe vor, dass kein Anbau und kein Umbau notwendig sei – ein fünfter Klassenraum sei vorhanden und nutzbar. Flaspöhler hatte zu diesem Thema eine kostenintensive Container-Lösung vorgeschlagen. Eine Behindertentoilette könne durch die Dorfgemeinschaft eingebaut werden, zu deutlich günstigeren Konditionen als vom Stadtplaner geschätzt.

Letztlich sehen die Mitglieder der Gruppe sogar bessere Nachnutzungsmöglichkeiten für den Standort Flegessen, entsprechende Pläne zur Umwandlung in Wohnungen und Räume für die Dorfgemeinschaft haben sie bereits skizziert. „Unterm Strich ergibt sich genau das umgekehrte Bild“, gab die Arbeitsgruppe der Politik mit auf den Weg für die weiteren Beratungen.

jhr



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt