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Heimische Landwirte stehen zur Getreideernte in den Startlöchern / Die Winterausfälle bleiben spürbar

Alles wartet auf Sonne – jetzt geht‘s richtig los

Bad Münder (jhr). An diesem Wochenende soll nun alles passen: Die heimischen Landwirte stehen in den Startlöchern für die vielleicht intensivste Erntephase des Jahres – ein Großteil des Getreides muss vom Halm. Dass diese Phase für sie von enormer Bedeutung ist, daraus machen sie kein Hehl. Nach den großen Frostschäden im Februar wird sich nun zeigen, wie das Erntejahr 2012 einzuschätzen ist.

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Bezirkslandwirt Rainer Klockemann und seine Kollegen haben das Wetterradar fest im Blick. Bleibt es bei den angekündigten trocken-warmen Tagen, werden sie an diesem Wochenende nur für einige Stunden ins Bett kommen. „Eine Woche gutes Standwetter, und das meiste Getreide ist eingefahren“, sagt Klockemann.

Weizen und Roggen stehen zur Ernte an, aber auch Hafer liefern die Landwirte ihren Partnern im Agarhandel. So wie gestern Ernst Sustrate: Rund 20 Tonnen lud er am Morgen beim Agrarhändler Agravis am alten Bahnhof in Hasperde ab. Dass er in diesem Jahr mehr Hafer im Tank seines Mähdreschers hatte als in den Vorjahren, hat einen recht einfachen Grund: Sustrate war wie viele andere heimische Landwirte von der Auswinterung seines Winterweizens betroffen. Tiefer Frost und fehlende Schneedecke hatten das Getreide so geschädigt, dass der Schlag umgebrochen und neu gedrillt werden musste. „Das Saatgut war schon recht knapp, wir haben auf Hafer gesetzt“, sagt Sustrate. Ringsum werde viel Mais angebaut, daher erwarte er akzeptable Preise für den inzwischen selteneren Hafer. Andere Landwirte wie Klockemann brachten Sommergerste als Ersatz in die Erde – für viele Neuland: „Seit 30 Jahren habe ich keine Sommergerste mehr gemacht“, so Klockemann. Wintergerste verspricht den Landwirten deutlich höhere Erträge als die Sommervariante, wurde allerdings im letzten Winter massiv geschädigt. „Ich glaube, solche Verluste durch die Auswinterung hat es in den vergangenen 40 Jahren nicht gegeben“, erklärt Wolfgang Gerlach, Leiter der Agravis-Niederlassung in Hasperde.

Abgeschlossen ist inzwischen die Rapsernte. „Die Kollegen sind mit den Ergebnissen ganz zufrieden“, weiß Bezirkslandwirt Klockemann. Eine Einschätzung, die auch Gerlach teilt. „Der Raps lag im guten Durchschnitt. Kein Spitzenjahr, aber auch kein Grund zu übertriebener Klage“, sagt er. In seiner Niederlassung richten sich die Mitarbeiter ebenfalls auf ein arbeitsreiches Wochenende ein. „Wenn es richtig losgeht – wir sind bereit“, sagt er.

Ein Thema der heimischen Bauern dürfte auch der Preis sein, den sie für ihr Korn erhalten. Und der dürfte in diesem Jahr interessant sein: Längst werden die Preise für das Korn aus dem Deister-Sünteltal vom Weltmarkt diktiert und somit spielen die aufgrund großer Trockenheit im Mittleren Westen der USA sowie in Moldawien, der Ukraine, Russland und Kasachstan befürchteten Rekordeinbußen eine gewichtige Rolle.



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