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Mindener Künstlerin Magret Thimm stellt in der Sparkasse aus

Alles istähnlich - und doch anders

Obernkirchen (rnk). Joachim Gottthardt, Filialleiter der Sparkasse, lüftete bei der Eröffnung der 44. Ausstellung in der Kundenhalle ein kleines Geheimnis. Er werde oft gefragt, wie er denn die Künstler finde, die dort ausstellen würden. Die relativ profane Antwort: Er besucht Ausstellungen im Landkreis oder im Umland. So wurde Gotthardt vorüber einem Jahr auch auf die Werke von Margret Thimm aufmerksam, die seit gestern bis zum 19. Januar 2008 in der Sparkasse 16 großformatige Aquarellwerke ausstellt.

Magret Thimm

Ausschließlich abstrakte Bilder bekommen die Besucher zu sehen, aus denen sich aber durchaus florale und figurative Motive ebenso wie Landschaften herauslesen lassen. Die ehemalige Kunsterzieherin, 1951 in Minden geboren, die in Bielefeld studierte, gibt ihren Werken keine Titel: "Der Betrachter soll sich das herausholen, was er darin sehen möchte." Ihre künstlerische Vorgehensweise umschreibt sie ähnlich. Zu Anfang experimentiere sie, mit Farben, Formen Material, aber ab einem bestimmten Punkt lenke sie in Richtung Ergebnis: "Das ist ein spannender Prozeß." Das dabei durchaus unterschiedliche Bilder mit gleichen Material entstehen können, zeigen in der Sparkasse drei Werke, die gleich am Anfang der Ausstellung zu finden sind: Alles ist ähnlich - und doch immer ganz anders. Wie arbeitet die Kunstpädagogin, die sich seit fast zehn Jahren intensiv mit dem freien Aquarellieren und der experimentellen Malerei auseinandersetzt? "Aquarelle sind immer die Basis". Doch darauf legt Magret Thimm Schicht um Schicht. Mal ist es weitere Aquarellfarbe, dünn lasierend aufgetragen bis zu deckender Acrylfarbe oder sogar Nagellack. Aber auch andere Materialien werden eingearbeitet, wie Klebeband oder Lacksplitter aus dem Treppenhaus eines ehemaligen Lagergebäudes, in dem sie seit 2005 ihr eigenes Atelier hat, und mit dem sie sich, wie Gotthardt vermutete, wohl einen "Traum" erfüllt habe. Reduzierte Formen und Farben nannte es Gotthardt; es sind Werke mit spannungsgeladenen Linien und Strukturen, wie es sie in dieser Schönheit schon lange nicht mehr im Schaumburger Land zu sehen gab. Wer nach dem Besuch der Ausstellung weitere Thimm-Werke sehen möchte, muss nach Minden fahren: Dort läuft im Theater-Foyer noch eine Einzelausstellung von ihr mit dem vielsagenden Titel "Schichtungen".

Ohne Titel: 16 großformatige Bilder sind bis zum 19. Januar zu s
  • Ohne Titel: 16 großformatige Bilder sind bis zum 19. Januar zu sehen. Foto/Repro: rnk
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